Laut dem Bloomberg Billionaires Index sank Bernard Arnaults Vermögen am Donnerstag auf 143 Milliarden US-Dollar. Damit liegt der LVMH-Gründer hinter Warren Buffett, dem 96-jährigen Philanthropen und Vorsitzenden von Berkshire Hathaway. Elon Musk führt die Liste mit grossem Abstand an, mit einem Vermögen von 918,8 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Tech-Unternehmern wie Larry Page, Jeff Bezos, Sergey Brin und Michael Dell.
Es ist das erste Mal seit Einführung des Vermögensindex im Jahr 2012, dass alle zehn Plätze von Amerikanern belegt werden. Arnaults Vermögensverlust war insbesondere seit Jahresbeginn deutlich: Das Vermögen des 77-Jährigen sank um 65 Milliarden Dollar - der grösste Rückgang unter den 500 Reichsten.
Der Krieg im Nahen Osten hat seine Geschäfte schwer getroffen und die Nachfrage nach LVMH-Marken in Einkaufszentren wie Dubai gedämpft. Zu den Marken gehören Modehäuser wie Dior, Louis Vuitton und Tiffany sowie Luxus-Spirituosen wie Dom Pérignon Champagner und Hennessy Cognac. Auch in China, einem Schlüsselmarkt, gab es Schwierigkeiten: Der Markenstreit mit einem lokalen Teehersteller hat den Umsatz beeinträchtigt.
Der US-Aktienindex S&P 500 legte in diesem Jahr um 11 Prozent zu, wobei Technologieunternehmen mit ihrer KI-bezogenen Nachfrage massgeblich zu diesem Anstieg beitrugen. Arnault gehörte seit dem 22. März 2017 zu den zehn reichsten Menschen der Welt und belegte ab Dezember 2022 sogar kurzzeitig den Spitzenplatz.
Er war der erste Nicht-Nordamerikaner - und der einzige Konsumgütermogul -, der diese Spitze erreichte, und niemand hat ihm seither gefolgt. Dieser Erfolg gelang in einer völlig anderen Ära der Luxusbranche, als chinesische Konsumenten noch den Umsatz ankurbelten und Unternehmen wie LVMH von der nach den Pandemie-Beschränkungen aufgestauten Kaufnachfrage profitierten.
Die Aktie von LVMH erreichte im April 2023 einen Rekordwert, leidet aber seither unter der schwachen Produktnachfrage in Ländern wie China, der durch US-Zölle verursachten Unsicherheit und dem sinkenden Alkoholkonsum in einigen Märkten. Sein Vermögen liegt nun knapp über dem von Jim Walton, dem Erben der zweiten Generation von Walmart.
Die Nachfolgefrage gehört zu den drängendsten Problemen rund um Arnault und seine fünf Kinder aus zwei Ehen, die alle für den Luxuskonzern arbeiten. Erstmals äußerten sie sich alle im April auf einer Aktionärsversammlung, als Arnault einer Frage nach seinem Nachfolger als Vorstandsvorsitzender auswich.
(Bloomberg/cash)
