Die US-Wirtschaft ist im September so stark gewachsen wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex für den Privatsektor, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, stieg von 56,0 Zählern im August auf 58,4 Punkte. Das teilte der Finanzdienstleister S&P Global am Mittwoch zu seiner Umfrage mit. Dies ist der höchste Wert seit Juli 2021. Ein Wert über 50 signalisiert Wachstum.
Ein sprunghafter Anstieg der Neuaufträge trieb die Entwicklung an: Der entsprechende Teilindex erreichte den höchsten Stand seit März 2022. Die starke Nachfrage führt jedoch zu erheblichen Belastungen. «Dieses Wachstum geht mit einigen der schwersten Lieferengpässe einher, die wir in der fast zwanzigjährigen Geschichte der Umfrage ausserhalb der Pandemie-Zeit erlebt haben», sagte S&P-Global-Chefökonom Chris Williamson. Die Lieferengpässe seien grösstenteils eine Folge des seit sieben Monaten andauernden Krieges zwischen den USA und dem Iran. Die Auftragsrückstände erreichten den höchsten Stand seit Mai 2022 – ein Zeichen für Kapazitätsengpässe.
Die angespannte Lage treibt die Inflation in den USA an. Das Barometer für die Einkaufspreise der Unternehmen sprang auf den höchsten Wert seit Oktober 2022. Die zunehmenden Auftragsrückstände geben den Unternehmen mehr Preissetzungsmacht, hiess es. Dies sei ein «Warnsignal für die Inflationsaussichten», erklärte Williamson. Die Ergebnisse bestätigen die Einschätzung von Vertretern der US-Notenbank Fed, dass die starke Nachfrage zunehmend zum Inflationsproblem wird. Die Fed hatte vergangene Woche die Zinsen erneut angehoben und weitere Erhöhungen für die kommenden Monate signalisiert.
(Reuters)

