Der Zollsatz für Einfuhren werde effektiv bei ‌zehn ⁠Prozent erwartet, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings ist ⁠unklar, ob dieser Zollsatz für alle Importfahrzeuge gilt oder nur für die aus Europa eingeführten ‌Autos. Zudem ist offen, wann der niedrigere Satz eingeführt ‌wird.

Einer der Insider sagte, Audi habe ​eine Halbierung der Zölle auf 7,5 Prozent verlangt. Die US-Regierung habe aber auf einem zweistelligen Satz bestanden, hiess es. Derzeit gilt für Einfuhren aus Europa ein Zollsatz von 15 Prozent. Eine Audi-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

Auch andere Autobauer könnten ‌von den Zollerleichterungen profitieren: Einer der Insider und drei weitere mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, es sei davon auszugehen, dass die US-Regierung anderen Unternehmen ähnliche Konditionen ​anbiete, wenn diese Produktion in die USA verlagerten. Zuerst hatte ​das «Wall Street Journal» über diese Pläne berichtet.

Einem ​Bericht des «Manager Magazins» zufolge hat Audi-Chef Gernot Döllner vor seinem Auftritt bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Trump ‌dem Präsidium des VW-Aufsichtsrats das Vorhaben vorgestellt. Unter Berufung auf Beteiligte hiess es, sowohl der Zollsatz von 15 Prozent beim Import aus Europa als auch die 25 Prozent ​für ​in Mexiko gefertigte Fahrzeuge würden reduziert. Trump ⁠werde ein entsprechendes Dekret unterzeichnen. Zahlen und Fakten ​habe Döllner jedoch nicht vorgelegt, ⁠hiess es in dem Bericht weiter unter Berufung auf Teilnehmer des Treffens.

Trump ‌hatte den Bau des Werks auf einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia angekündigt, bei der auch Döllner auf die Bühne kam. Insgesamt geht es ‌um eine Investition von vier Milliarden Euro. Audi will dort 200'0000 Fahrzeuge jährlich bauen, vor allem grosse SUV-Modelle wie den Q7, den Q8 oder den Q9.

(Reuters)