Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt einem US-Regierungsvertreter zufolge, Sanktionen gegen Schiffe der sogenannten Schattenflotte zu lockern, die Öl ‌und ⁠Ölprodukte unter anderem aus Russland, dem Iran und Venezuela transportiert haben. ⁠Damit sollen die extrem hohen weltweiten Frachtkosten gesenkt werden. Im Gespräch sei, dass die USA ‌den Transport von Öl und Ölprodukten, die nicht ‌US-Sanktionen unterliegen, auf bislang sanktionierten Schiffen erlauben ​könnten, sagte der Insider am Mittwoch. Ziel sei, mehr Rohöl und Raffinerieprodukte aus der Golfregion auf den Markt zu bringen.

Vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump bereits Sanktionen gegen russischen Diesel bis zum 7. April ‌aufgehoben. Der Schritt stiess auf heftige Kritik des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie europäischer Länder und einiger US-Senatoren von Trumps eigener republikanischen Partei. In einer Videobotschaft ​an den Weltenergiekongress in Riad sagte US-Energieminister Chris Wright ​nach Angaben der Forschungsgruppe Energy Aspects, die ​Regierung erwäge eine Lockerung der Sanktionen gegen Schiffe der Schattenflotte. Das US-Energieministerium erklärte dazu, ein ‌solcher Schritt werde Russland nicht helfen, Öl oder Ölprodukte zu transportieren. US-Unternehmen, die die betroffenen Schiffe nutzen wollten, müssten dem Regierungsvertreter zufolge beim Finanzministerium eine Genehmigung ​beantragen.

Energy ​Aspects erklärte in einer Kundenmitteilung, ⁠eine Lockerung der Sanktionen gegen die Schattenflotte werde ​die Frachtraten wohl nicht ⁠stark beeinflussen, könne jedoch mehr Öltransporte im Nahen Osten ermöglichen: «Eine kleine Zahl zusätzlicher ‌Tanker für bestimmte Pendelfahrten durch die Strasse von Hormus könnten verfügbar werden.»

Aus der Schifffahrtsbranche hiess es dazu, eine Aufhebung ‌der Massnahmen dürfte nicht zu einer breiten Entspannung der Frachtraten ​führen, da Schiffsversicherer weiterhin an EU- und britische Vorschriften gebunden seien.

(Reuters)