Das Einfuhrverbot trete am 29. September in Kraft, teilte das Weisse Haus am Dienstag (Ortszeit) mit. Betroffen seien unter anderem Bier, Wein und Whisky. Darüber hinaus belegten die USA weitere Produkte wie Käse, Papier, Aluminium und Möbel mit Zöllen von 50 Prozent. Zuvor waren um Mitternacht kanadische Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar wirksam geworden. Die Regierung in Ottawa reagierte damit auf US-Zölle von 50 Prozent auf kanadische Güter im selben Volumen, die im vergangenen Monat nach gescheiterten Verhandlungen eingeführt worden waren.
Die kanadischen Abgaben zwischen 15 und 50 Prozent zielen auf Produkte wie Stahl, Möbel und Elektronik ab. Sie sollen Regierungsvertretern zufolge vor den US-Zwischenwahlen im November wirtschaftlichen und politischen Druck auf Washington ausüben. Der kanadische Premierminister Mark Carney rief dazu auf, sich vom grössten Handelspartner abzuwenden. «Wir haben alles, was wir brauchen, um uns umzuorientieren und zu florieren», sagte er in einer Videobotschaft. Einem US-Regierungsvertreter zufolge bleibt die Drohung von US-Präsident Donald Trump bestehen, die Zölle auf kanadische Autos zum 1. Januar auf 50 Prozent zu erhöhen.
Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer und der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc stünden jedoch in Kontakt, um nach einem Ausweg zu suchen. US-Präsident Donald Trump verschärfte den Ton unterdessen weiter. Auf seiner Online-Plattform Truth Social wies er die US-Beschaffungsbehörde GSA an, kanadische Produkte aus ihren Katalogen zu streichen. Zudem drohte er dem kanadischen Flugzeugbauer Bombardier mit einem Verkaufsverbot in den USA, sollte das Unternehmen nicht dort produzieren. Die Bombardier-Aktie gab daraufhin an der Börse in Toronto um mehr als sechs Prozent nach.
(Reuters)

