Die Aktien von VAT steigen am Mittwochmorgen um 0,7 Prozent auf 618,40 Franken. In einem für Technologie- und Halbleiter-Aktien schwierigen Marktumfeld kommt aus einer unerwarteten Ecke Rückendeckung für die Rheintaler. Zum Vergleich: AMS Osram fallen am Mittwoch um 2,2 Prozent, Comet um 0,5 Prozent und Inficon notieren leicht im Plus mit 0,1 Prozent.
Der bezüglich VAT-Aktie sehr skeptische Experte Om Bakhda vom US-Finanzinstitut Jefferies erhöhte das Rating von «Underperform» auf «Hold». Gleichzeitig hob er das Kursziel von 560 auf 646 Franken an. Nach dem Kursanstieg der VAT-Titel um zeitweise über 170 Prozent in knapp einem Jahr scheint dieser Schritt überfällig - ganz eingestehen möchte der Analyst sein «Hinterherhinken» allerdings nicht.
Laut Bakhda stützt das China-Exposure VAT nur kurzfristig. Da das Unternehmen sowohl westliche als auch chinesische Hersteller beliefere, sei das Lokalisierungsrisiko begrenzt. Steigende Auftragsbestände könnten zudem künftig Sorgen über einen Lagerbestandsaufbau auslösen. Seine Schätzungen senkte er deshalb wegen der höheren Kosten leicht.
Mit der Hochstufung von Jefferies gibt es für VAT nur noch eine Verkaufsempfehlung im Markt. Von 17 Expertinnen und Experten raten aktuell acht zum Kaufen, ebenso viele zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt derweil bei knapp 700 Franken.
Nachdem die Aktien des Halbleiterzulieferers seit Anfang Juli eine Bewertungskorrektur im Umfang von fast 17 Prozent durchgemacht hatten, muss allerdings auch Bakhda eingestehen, dass es kaum noch Spielraum für eine weitere Abwertung gibt. Zwar werden die Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von fast 45x auf die nächstjährigen Ergebnisse gehandelt, doch liegt dies weit unter dem jüngsten Hoch von über 61x vom Juli. Angesichts der hohen Wachstumsraten dürfte eine Rückkehr auf den langjährigen Durchschnitt bei 38x vorläufig unrealistisch sein.

