Das Schweizer Unternehmen verhandlet über einen Verkauf von Anteilen an einen anderen Onlinehändler, Farfetch, wie Richemont am Freitag zur Veröffentlichung der Halbjahreszahlen mitteilte. Auch andere Branchenvertreter und Investoren hätten Interesse an einer Investition signalisiert. "Das Ziel ist, dass Yoox-Net-a-Porter zu einer neutralen Plattform ohne kontrollierende Aktionäre wird." Es gebe keine Gewissheit, dass die Gespräche zu einer Vereinbarung führten.

Veränderungen beim Onlinehändler

Der aktivistische Investor Artisan Partners sieht bei YNAP Handlungsbedarf. Mit Veränderungen beim Onlinehändler würde sich die Bewertung des Genfer Konzerns erhöhen, wie der US-Fonds kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Medienberichten zufolge ist auch der Hedgefonds Third Point bei Richemont eingestiegen und richtet ähnliche Forderungen an das Genfer Unternehmen. Richemont wollte am Freitag nicht bestätigen, dass Third Point Aktionär ist.

Das Kerngeschäft des Konzerns mit Cartier-Schmuck, Uhren der Marken A. Lange & Söhne und IWC oder Lederwaren floriert. Der Umsatz kletterte in den sechs Monaten bis Ende September dank einer Erholung von der Covid-Krise um 63 Prozent auf 8,91 Milliarden Euro.

Kunden in Kauflaune

Vor allem auf dem amerikanischen Kontinent waren die Kunden in Kauflaune. Den Gewinn vervielfachte Richemont auf 1,25 Milliarden Euro (Vorjahresperiode 159 Millionen Euro). Analysten hatten einer Umfrage von Refinitiv zufolge mit einem Überschuss von 1,15 Milliarden Euro gerechnet.

"Das ist ein frühes Weihnachtsgeschenk für die Richemont-Aktionäre", erklärte Kepler-Cheuvreux-Analyst Jon Cox mit Blick auf den Zwischenbericht und die Pläne für YNAP. Vorbörslich legten die Richemont-Aktien um über fünf Prozent zu.

(Reuters)