Vermögensverwaltung - Credit Suisse will mehr Kredite an reiche Ausländer vergeben

Die Credit Suisse will das Kerngeschäft der Vermögensverwaltung mit Krediten an reiche Privatkunden weiter ankurbeln.
02.03.2017 15:30
Sieht grosses Wachstumspotenzial für die Credit Suisse in der Vermögensverwaltung in Asien: CS-CFO David Mathers.
Sieht grosses Wachstumspotenzial für die Credit Suisse in der Vermögensverwaltung in Asien: CS-CFO David Mathers.
Bild: ZVG

Während Ausleihungen im Heimmarkt schon immer zur Verfügung standen, habe die Schweizer Grossbank die Dienstleistung Kunden im Ausland erst in den vergangenen Jahren in grösserem Stil angeboten, erklärte Finanzchef David Mathers im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Entsprechend rechne ich mit einem Wachstum."

Im vergangenen Jahr entfiel rund ein Drittel der Neugelder des ausländischen Vermögensverwaltungsgeschäfts von 30,2 Milliarden Franken auf Kredite, sagte Mathers. Die Neugelder bezeichnen die Mittel, die eine Bank zusätzlich bei Kunden einsammelt und dann verwaltet. Ausleihungen gehören dazu, weil die Kunden mit dem Geld etwa Wertpapiere kaufen und dem Institut dafür im Gegenzug Gebühren zahlen. Gerade in Asien sind Transaktionen auf Pump beliebt. Unternehmer in der Region haben oft einen großen Teil ihres Vermögens in die eigene Firma gesteckt, sodass ihnen Mittel für grössere Ausgaben fehlen. Mit Ausleihungen schaffen Banken wie die Credit Suisse hier Abhilfe.

Zweistellige Wachstumsraten beim Neugeld

Das zahlt sich auch für die Bank aus. Die Ausleihungen hätten im vergangenen Jahr bereits zu deutlich höheren Zinseinnahmen geführt, erklärte Mathers. In Asien, dem Nahen Osten und osteuropäischen Schwellenländern kam Credit Suisse 2016 zudem auf zweistellige Neugeld-Wachstumsraten und liess manchen Konkurrenten damit hinter sich. Das Neugeld ist ein wichtiger Indikator für die zukünftigen Erträge.

Ende 2016 verwaltete die Credit Suisse einschliesslich des Schweizer Geschäfts 734 Milliarden Franken von reichen Privatkunden. Die Zürcher Bank ist damit nach der UBS und den US-Konzernen Bank of America und Morgan Stanley die weltweite Nummer vier im Geschäft. Der Ausbau der Vermögensverwaltung auf Kosten des riskanteren Investmentbankings ist Kern der Strategie von Konzernchef Tidjane Thiam.

Kredite bringen zwar zusätzliche Einnahmen, bergen aber auch die Gefahr von Ausfällen und entsprechenden Verlusten für die Bank. Mit einem Ausbau des Kontrollapparats in Asien und anderen Schwellenländern will die Credit Suisse gegensteuern. "Parallel zum Wachstum der Ausleihungen haben wir auch in die Risiko- und Compliance-Infrastruktur investiert", erklärte Mathers.

(Reuters)