Vermögen der Super-Reichen ist 2016 kräftig gestiegen

Die reichsten Menschen der Welt beenden 2016 mit 237 Milliarden Dollar mehr in ihren Taschen, als sie zu Jahresbeginn hatten. Mit knapp 12 Milliarden Dollar am meisten zugelegt hat Warren Buffett.
30.12.2016 09:48
Auch 2016: Die Reichen sind noch reicher geworden.
Auch 2016: Die Reichen sind noch reicher geworden.
Bild: ZVG

Wegen enttäuschender Konjunkturdaten aus China zum Jahresauftakt, der Entscheidung Grossbritanniens zum Verlassen der Europäischen Union (EU) im Sommer und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im November wurde das Vermögen der Reichen durch 4,8 Billionen Dollar an täglichen Netto-Zugewinnen und -Verlusten während des Jahres getrieben - am Ende stieg es um 5,7 Prozent auf insgesamt 4,4 Billionen Dollar mit Stand vom 27. Dezember abends, zeigt der Bloomberg Billionaires Index.

"Grundsätzlich haben Kunden die Volatilität geritten", sagt Simon Smiles, Investmentchef für hochvermöge de Kunden bei UBS Wealth Management. "2016 war am Ende ein spektakuläres Jahr für Risiko-Aktiva. Ziemlich bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie das Jahr begonnen hatte."

Warren Buffett erfolgreichster Anleger

Angeführt wurden die Gewinne von Warren Buffett. Sein Vermögen kletterte im Jahr um 11,8 Mrd. Dollar. Seine Investmentholding Berkshire Hathaway sah ihre Airline- und Bank-Investments nach oben schnellen wegen der überraschenden Wahl von Trump.

Der US-Investor holte sich seinen Titel als zweitreichster Mann der Welt zwei Tage nach dem Trump-Sieg zurück, welcher eine Jahresend-Rally auslöste und das Vermögen von Buffett mit Blick auf das gesamte Jahr um 19 Prozent auf damit 74,1 Mrd. Dollar steigen liess.

"2016 war Ereignis-getrieben. Die Preise wurden von globalen Nachrichten getrieben und weniger von Fundamentaldaten", sagt Michael Cole, Präsident von Ascent Private Capital Management. "Der Glaube, dass Trump antritt und grosse Teile der Wirtschaft deregulieren wird, treibt die Märkte im Moment an."

Reichster Mann bleibt Bill Gates

Die einzelnen Vermögenszuwächse im Jahr werden von Amerikanern dominiert. Vier der fünf grössten Zunahmen im Index wurden von US-Bürgern erzielt. Dazu gehören auch Bill Gates, Mitgründer von Microsoft und der reichste Mann der Welt mit 91,5 Mrd. Dollar, sowie Öl-Investor Harold Hamm.

Der Franzose Bernard Arnault ist der einzige Nicht-Amerikaner, der in den Top-5 der Zuwächse zu finden ist. Das Vermögen kletterte um 7,1 Mrd. Dollar auf 38,9 Mrd. Dollar. Seine LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton SE erklärte, der chinesische Luxusmarkt verbessere sich.

Gates war das ganze Jahr lang der Reichste im Index. Amancio Ortega, die vermögendste Person Europas und Gründer der Kleidungskette Zara, war fast das gesamte Jahr über der zweitreichste Mensch, bevor er diesen Posten an Buffett im November abgeben musste. Ortega, der 2016 unterm Strich 1,7 Mrd. Dollar an Vermögen einbüsste, ist nun mit 71,2 Mrd. Dollar der drittreichste Mensch der Welt.

Zu den Milliardären, die es 2016 erstmals in das Ranking geschafft haben, gehören Spotify-Mitbegründer Martin Lorentzon, der Vater und Sohn hinter dem Jose-Cuervo-Tequila, der New Yorker Immobilienentwickler Axel Stawski und der Bau-Mogul Behgjet Pacolli, dessen Firmen unter anderem an der Renovierung des Kreml mitgewirkt haben.

Die meisten Super-Reichen ausserhalb der USA haben durch Trump nicht denselben Schwung für ihr Vermögen bekommen wie manche Amerikaner. Sie litten zudem unter schwankenden Rohstoffpreisen und der Aufwertung des US-Dollar, der für das Bloomberg-Ranking als Basis dient.

Von den zehn Super-Reichen, deren Vermögen 2016 am stärksten geschrumpft ist, kommen neun von ausserhalb der USA - angeführt von Chinas zweitreichster Person, Wang Jianlin, der 5,8 Mrd. Dollar einbüsste. Er beendete das Jahr unter den reichsten Menschen auf Rang 21 mit 30,6 Mrd. Dollar.

(Bloomberg)