Die Aktien von Aryzta notieren am Donnerstag kurz nach Börsenstart zeitweise rund 8,3 Prozent tiefer bei 41 Franken. Das ist der tiefste Stand seit fast vier Jahren. Während der Swiss Performance Index (SPI) zeitgleich leicht um 0,14 Prozent zulegt, sorgt eine doppelte Abstufung der UBS für kräftigen Gegenwind.

Die Grossbank stufte die Titel des Backwarenherstellers direkt von «Buy» auf «Sell» ab und streicht das Kursziel von 70 auf 40 Franken zusammen. Damit sieht die UBS für die nächsten zwölf Monate kein Aufwärtspotenzial mehr - stattdessen dürften die Papiere rund 4 Prozent verlieren.

Der UBS-Analyst rechnet ab dem Geschäftsjahr 2026 mit einem stagnierenden oder leicht rückläufigen organischen Wachstum. Im schwachen Konsumumfeld sieht er zudem Risiken für die Preissetzungsmacht. Gleichzeitig dürften der zunehmende Wettbewerb und die mögliche Ausweitung der Eigenfertigung durch einen Grosskunden den Druck auf Aryzta erhöhen. Es besteht somit das Risiko, dass der Backwarenkonzern seine Ziele für das aktuelle Geschäftsjahr und mittelfristig verfehlt.

Auch die moderate Bewertung hilft nicht weiter. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt mit 10x zwar unter dem langfristigen Durchschnitt von etwa 15x. Allerdings sieht der UBS-Experte bessere Wertschöpfungsperspektiven anderswo.

Aryzta hat vor zehn Tagen die Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 publiziert und musste einen Umsatz- sowie Gewinnrückgang ausweisen. Hauptproblem ist das wichtige Deutschland-Geschäft. Der Konzern überprüft dieses nun umfassend und will dabei «alle Optionen» prüfen. Die Aktien brachen daraufhin ein und verloren in zwei Sitzungen knapp 16 Prozent.

Die enttäuschenden Ergebnisse verschlechtern die Analystenschätzungen deutlich. Von sieben Experten haben zwei – UBS und Kepler Cheuvreux – das Rating auf «Verkaufen» gesenkt. Sämtliche Analysten reduzierten ihre Kursziele. Das durchschnittliche Kursziel liegt neu bei 60 Franken, nach etwa 75 Franken vor elf Tagen. Fünf Experten empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf, zwei zum Verkauf.

(AWP/cash)