Das Verfahren befinde sich derzeit in der internen Beratungs- und Entscheidungsphase, teilte das Obergericht am Dienstag mit. Bis das Urteil verkündet werden kann, dauert es noch einige Wochen. Die Eröffnung ist deshalb auf den 11. Januar um 14 Uhr angesetzt. Die Urteile werden mündlich verkündet.
Der Prozess vor Obergericht dauerte acht Tage und fand im August statt. Inhaltlich bot er - verglichen mit dem Prozess am Bezirksgericht vier Jahre zuvor - jedoch wenig Neues. Vincenz blieb dabei und forderte einen Freispruch, ebenso sein ehemaliger Kompagnon Beat Stocker.
Heimliche Firmenbeteiligungen
Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, sich heimlich an Firmen beteiligt und anschliessend dafür gesorgt zu haben, dass diese Unternehmen durch die Raiffeisen-Bank oder die Kreditkartenfirma Aduno aufgekauft wurden. Bei Aduno war Stocker als Geschäftsführer und Vincenz als Verwaltungsratspräsident tätig.
Durch dieses Vorgehen sollen die beiden Gewinne in Millionenhöhe eingestrichen haben. Zudem sollen sie private Auslagen wie Besuche in Cabarets und Stripclubs als Spesen abgerechnet haben.
Das Bezirksgericht Zürich hatte die beiden in erster Instanz zu unbedingten Freiheitsstrafen verurteilt. Vincenz erhielt drei Jahre und neun Monate, Stocker gar vier Jahre. Für den Staatsanwalt waren diese Urteile «deutlich zu mild».
Neben den beiden Hauptbeschuldigten sind weitere Firmenchefs angeklagt, denen eine Mitwirkung bei den illegalen Firmentransaktionen vorgeworfen wird.
(AWP)

