Volatile Zurich-Aktie nach Jahreszahlen

Die Zurich Insurance Group hat im Jahr 2013 den Reingewinn steigern können, bleibt aber unter den Erwartungen des Marktes. Die Aktie geht runter und rauf.
13.02.2014 09:28
Von Daniel Hügli
Zurich-CEO Martin Senn.

Zurich Insurance Group hat 2013 einen den Aktionären zurechenbaren Reingewinn von 4,02 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten aber im Schnitt mit einem Reingewinn von 4,25 Milliarden Dollar gerechnet. 

Der Betriebsgewinn erreichte das Niveau von 4,7 Milliarden Dollar. Das entspricht den Schätzungen des Marktes.

Im Donnerstagshandel an der Börse in Zürich fällt die Zurich-Aktie erst bis 1 Prozent, dreht dann leicht ins Plus. Nachdem die Aktien im Jahr 2013 mit einem Plus von 6 Prozent im Vergleich zum Gesamtmarkt deutlich weniger stark zugelegt hatten, sind sie etwas besser ins 2014 gestartet. Seit Jahresbeginn verteuerten sich die Papiere um knapp 3 Prozent.

Gleichzeitig reduzierte sich der Gesamtumsatz der Gruppe um 4 Prozent auf 70,4 Milliarden Dollar. In der General Insurance verbesserte sich zudem die meistbeachtete Kennzahl, die Combined Ratio, auf 95,5 Prozent nach 98,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit einer Zahl von 95,4 Prozent gerechnet.

"Operativ eine gute Geschäftsleistung"

"Insgesamt können zum Abschluss gute Kennzahlen ausgewiesen werden, die jedoch teilweise die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, vor allem beim Reingewinn, zum Teil aber im Rahmen der Markterwartungen sind", schreibt die Zürcher Kantonalbank in einer Notiz. "Operativ zeigt sich eine gute Geschäftsleistung, dies vor allem in der Nichtlebensversicherung. Hier zeigt sich erwartungsgemäss eine nur moderate Grossschaden-Last aus Naturkatastrophen".

Allerdings war die Schaden-Kosten-Quote 2012 deutlich stärker von Grossschäden, etwa mit dem Sturmtief Sandy an der US-Ostküste, belastet. Im Vergleich dazu war die Schadenlast aus Naturkatastrophen im abgeschlossenen Jahr eher tief. Solange der Wert unter 100 Prozent liegt, ist das reine Schadenversicherungsgeschäft des Unternehmens profitabel.

Die Investitionen der Gruppe haben 2013 allerdings weniger gut rentiert als im Vorjahr: Die Nettorendite auf den Kapitalanlagen der Gruppe betrug 3,5 Prozent, nach 4,4 Prozent im Vorjahr. Im vierten Quartal fielen Restrukturierungskosten von 318 Millionen Dollar an.

"Solider Betriebsgewinn"

Die Zurich begründet dies mit der Überprüfung des russischen Privatkundengeschäfts und neuen Strategien der Gruppe. Sie Konzernchef Martin Senn schon im Dezember gesagt hatte, will sich die Zurich von aus Sicht des Managements zu wenig profitablen Geschäften möglicherweise verabschieden.

Das Eigenkapital der Gruppe sank per Ende Jahr auf 32,5 Milliarden nach 34,5 Milliarden Ende 2012. Die Eigenkapitalrendite belief sich - basierend auf dem Betriebsgewinn - auf 10,5 Prozent (Vorjahr: 9,3 Prozent). Seit dem Investorentag im Dezember 2013 strebt die Zurich für die kommenden Jahre einen Wert zwischen 12 und 14 Prozent an.

CEO Martin Senn spricht in der Mitteilung von einem in allen Kerngeschäftsbereichen soliden Betriebsgewinn, und auch das Wachstum sei in den Schwerpunktmärkten solide ausgefallen. Er sieht die neue Strategie als Treiber der Prioritäten für 2014.

(mit Material von AWP)