«Von Marktsättigung kann keine Rede sein»

Andreas Burgener, Direktor der Autoimporteuren-Vereinigung auto-schweiz, äussert sich im cash-Video-Interview zum Automarkt Schweiz und zur Auto-Show IAA in Frankfurt.
12.09.2013 00:18
Von Daniel Hügli, Frankfurt
Andreas Burgener, Direktor Auto Schweiz, im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Der Schweizer Automarkt ist in diesem Jahr deutlich rückläufig. Die Neuwagenverkäufe lagen zuletzt im August mit 20'996 Autos um 4,8 Prozent unter dem Vorjahr. Nach zwei Dritteln des Jahres zeichnet sich für das laufende Jahr ein Rückgang der Neuwagenverkäufe um etwa 9 Prozent ab.

Andreas Burgener, Direktor von auto-schweiz, der Vereinigung Schweizer Auto-Importeure, überrascht diese Entwicklung nicht: "Das hatten wir so prognostiziert", sagt Burgener im cash-Video-Interview an der Autoaustellung IAA in Frankfurt. Für Burgener wird 2013 erneut ein gutes Schweizer Auto-Jahr.

Die Latte liegt in diesem Jahr in der Tat hoch. Denn 2012 war für den Schweizer Automarkt das zweitbeste Jahr überhaupt. Wegen neuer Bestimmungen, die Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoss höher zu besteuern, verkauften sich die Autos vor Inkrafttreten des Gesetztes besonders gut. Zudem hatten Händler mit vielen Aktionen und Euro-Rabatten Fahrzeuge losgeschlagen.

Allerdings orten Experten in den europäischen Automärkten eine Sättigung. Signifikantes Wachstum sei nicht mehr zu erwarten, sagt zum Beispiel Felix Kuhnert von der Beratungsgesellschaft Pricewaterhousecoopers: "Die Automobilmärkte der westlichen Industriestaaten sind weitgehend gesättigt." Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Uni Duisburg-Essen, sieht speziell im Schweizer Markt kaum noch Wachstum.

Schweizer Automarkt wächst

Dieser Einschätzung widerspricht Burgener heftig. "Der Markt ist nicht gesättigt. Die Schweiz wächst, und zwar zwischen 60'000 und 70'000 Einwohner pro Jahr. Das sind Leute, die arbeitstätig sind und die mobil sein wollen und müssen", so Burgener. Insofern habe der Schweizer Automarkt ein moderates Wachstum.

Immerhin steht der Automarkt Schweiz noch immer um einiges besser da als diejenigen in den meisten Ländern Europas. Vor allem im schuldengeplagten Süden des Kontinents kaufen die Menschen wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der düsteren wirtschaftlichen Aussichten kaum neue Autos. 2012 war mit zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen das schlechteste Autojahr seit 1995. Eine spürbare Besserung zeichnete sich in diesem Jahr bislang nicht ab.

An der IAA, eine der grössten Autoshows der Welt, geben die meisten Autobauer dieser Tage ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Talsohle erreicht ist und dass es im nächsten Jahr aufwärts geht.

An der IAA beeindruckt Burgener von auto-schweiz das "Feuerwerk von Innovationen". Allerdings ist die Ausstellung im Frankfurt um einiges grösser als der Autosalo in Genf. "Genf ist handlich, man kann die Ausstellung an einem Tag absolvieren. In Frankfurt muss man Vollgas geben, wenn man die Ausstellung in eineinhalb Tagen sehen will", sagt er.

Im Video-Interview äussert sich Burgener auch zu Elektroautos und zum Benzinpreis.