Wachstumsmarkt - Erneuerbare Energien erhalten Schub durch Covid-Krise

Die Erholung von der Corona-Krise dürfte der Erzeugung von erneuerbaren Energien Schub verleihen. Viele Länder konzentrieren sich auf eine «grüne Wiederbelebung», sagt Tom Glover von RWE Renewables.
25.10.2020 04:39
Erneuerbare Energien liegen im Trend
Erneuerbare Energien liegen im Trend
Bild: pixabay.com

"Der Trend zu erneuerbaren Energien ist sehr klar", sagte Glover in einem Interview, nachdem er diese Woche auf dem virtuellen BloombergNEF-Gipfel in London gesprochen hatte. "Wie viele Sektoren können heute inmitten dieser schrecklichen Krise eine solche Klarheit bezüglich des Wachstumspotenzials vorweisen?"

Immer mehr politische Entscheidungsträger, Führungskräfte und Investoren sehen nach der Pandemie die Chance, eine Weltwirtschaft wieder aufzubauen, die weniger von fossilen Brennstoffen abhängig ist. Laut Bloomberg Intelligence kann in Europa der Sektor erneuerbare Energien pro 10 Millionen Dollar an Investitionen fünfmal mehr Arbeitsplätze schaffen als der Sektor für fossile Brennstoffe.

Von Europa bis Asien konzentrieren die Regierungen ihre Hilfen auf umweltfreundliche Projekte, die die Wirtschaft stärken und ihnen gleichzeitig helfen, immer ehrgeizigere Klimaziele zu erreichen. Vier der sechs grössten Volkswirtschaften der Welt, darunter China, haben nun Enddaten für ihre CO2-Emissionen unterbreitet.

Die Pandemie hat auch gezeigt, dass die Länder ihre Abhängigkeit von Energieversorgern im Ausland verringern müssen. Viele Länder mussten ihre Grenzen schliessen, um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen.

Trend zur heimischen Energieversorgung

"Es gibt einen Trend zur heimischen Energieversorgung und zu lokalen Inhalten, was die Erhöhung der Kapazität für erneuerbare Energien vielerorts unterstützt", sagte der CCO von RWE Renewables. "Aus inländischer Sicht sind wir nicht auf Brennstoffimporte angewiesen, da Wind- und Sonnenenergie lokal verfügbar sind."

Das Wachstumspotenzial sauberer Energie hat Öl- und Gasunternehmen angezogen, die ihren Kohlenstoffausstoss reduzieren müssen, um in einer nachhaltigeren Zukunft relevant zu bleiben. Die Verlagerung des Fachwissens der fossilen Brennstoffindustrie in die erneuerbare Energien wird den Wettbewerb verschärfen, den Markt für umweltfreundliche Technologien vertiefen und RWE mehr potenzielle Partner bieten, sagt Glover.

Im Rahmen des Plans, bis Ende 2022 rund 5 Milliarden Euro in kohlenstoffarme Technologie zu investieren, schaut sich RWE 20 Länder an. Europa, die USA, Mexiko und der asiatisch-pazifische Raum gehören zu den Märkten mit dem grössten Potenzial.

(Bloomberg)

 
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