Währung - Diese Firmen profitieren vom Crypto-Boom

Firmen, die Banken den Zugang zu Kryptoanlagen eröffnen, sind gefragt. Crypto Finance, Bitcoin Suisse und Metaco kommen an Kapazitätsgrenzen.
09.05.2021 16:40
Von Erich Gerbl
Arthur Vayloyan ist seit November 2017 CEO von Bitcoin Suisse.
Arthur Vayloyan ist seit November 2017 CEO von Bitcoin Suisse.
Bild: ZVG

Bitcoin oder Ether bei Banken und Vermögensverwaltern durchzusetzen. In der Bitcoin-Hausse reagieren sie damit auf die wachsende Kundennachfrage. Schweizer Firmen ermöglichen der Finanzindustrie den Zugang zu den Kryptoanlagen und profitieren von dem Boom.

«Nachdem das letzte Jahr schon hervorragend gelaufen war, sind wir noch besser ins Jahr 2021 gestartet», sagt Jan Brzezek, Gründer und CEO der Crypto Finance Group, einem Finanzdienstleister aus Zug, der Banken und ihren Kunden den Zugang zu Kryptoanlagen inklusive Handel, Datenverwaltung und Verwahrung ermöglicht.

Rekordwert im ersten Quartal

Im Vorjahr lag das Handelsvolumen von Crypto Finance bei einer Milliarde Dollar. «Den Rekordwert haben wir im ersten Quartal bereits erreicht», sagt Brzezek. Mittlerweile befinden sich Kryptoanlagen von weit mehr als einer Milliarde in Verwahrung. Zahlreiche Banken kamen in den letzten Monaten als Neukunden dazu. Darunter eine sehr grosse europäische Bank.

In Kürze beginnen dort ausgewählte Kunden mit dem Handel von Kryptoanlagen. Kunden hat Crypto Finance fürs Erste genug. Der Fokus liegt auf neuen Produkten und Services. Ab Montag wird ein eigener Smart-Beta-Fonds erstmals gehandelt. Das Interesse der Banken an Zinseinkünften via Staking, Kryptoderivaten und anderen Produkten sei sehr gross.

Die Expansion ins Ausland läuft. Deutschland steht bei Crypto Finance als Wachstumsmarkt weit oben. Im Verlauf des Jahres werden Banken live geschaltet. Spannend sei der Mittlere Osten, Dubai als Standort «wohl der naheliegendste». Das Wachstum drückt sich in der Zahl der Mitarbeitenden aus. Wurden Ende 2020 noch 40 Mitarbeiter beschäftigt, sollen es Ende dieses Jahres 80 sein.

Schnell gewachsen

Von 22 auf 35 stieg die Zahl der Mitarbeitenden binnen eines Jahres bei Metaco. Das 2015 gegründete Unternehmen aus Lausanne programmiert und verkauft Software, die Banken brauchen, um ihren Kunden Kryptowährungen ohne Risiken anbieten zu können. «Die vergangenen sechs Monate sind wir unglaublich schnell gewachsen. Der starke Kurszuwachs bei Bitcoin und die Nachrichten über Kryptoinvestments von Firmen wie MicroStrategy wirken sich aus», sagt Adrien Treccani, Gründer und CEO von Metaco. Avaloq-Gründer Francisco Fernandez ist beteiligt und VR-Präsident. Auch Metaco drängt es ins Ausland. Mitte Mai wird ein Standort in Singapur eröffnet, die ersten Mitarbeiter sind bereits angestellt. «Weitere Expansionsschritte und Büros im Ausland sind geplant», sagt Treccani.

Bereits ein grosser Player im Kryptobusiness ist Bitcoin Suisse. Anders als Metaco und Crypto Finance sind die Zuger auch im Retailgeschäft.«Die Nachfrage nach unserer Produktpalette ist enorm, vor allem dank der wachsenden institutionellen Akzeptanz», sagt Arthur Vayloyan, CEO von Bitcoin Suisse.

Zugang zu Diensten beschränken

Um die Servicequalität halten zu können, musste Bitcoin Suisse den Zugang zu den Diensten beschränken und den Mindestbetrag für Kontoeröffnungen von Privatkunden temporär auf 100'000 Franken erhöhen. Damit die Hürden rasch wieder sinken, haben auch die Zuger fleissig rekrutiert.

Geht es nach den Experten, bleiben Kryptoanlagen gefragt. Brzezek: «Banken setzen sich mit dem Thema auseinander. Das wird sich in den nächsten 12 bis 18 Monaten noch akzentuieren.» Firmen wie PayPal oder BNY Mellon haben Krypto-Start-ups gekauft und arbeiten an Kryptoprojekten. «Die alte Welt wird mit der neuen Welt zusammengeführt. Die Akzeptanz von Kryptoanlagen steigt», sagt Brzezek.

Dieser Artikel erschien zuerst in der "Bilanz" unter dem Titel: "Das sind die Profiteure des Bitcoin-Booms"

 
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