SpaceX erhält zunehmend Rückenwind von der Wall Street: Nach dem Ende der sogenannten Quiet Period haben mehrere internationale Investmentbanken, die am 86 Milliarden US-Dollar schweren Börsengang beteiligt waren, die Berichterstattung über die Aktie des von Elon Musk gegründeten Unternehmens aufgenommen.

Morgan Stanley stuft SpaceX mit «Overweight» ein und setzt das Kursziel bei 300 Dollar je Aktie an. Die Schätzung entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 90 Prozent gegenüber dem Schlusskurs bei 160,42 Dollar vom Montag.

Damit zählt Morgan Stanley zu den optimistischsten Analystenhäusern. Nur zwei weitere Experten liegen mit Kurszielen von 310 oder 401 US-Dollar darüber, während 165 Dollar derzeit die niedrigste Schätzung darstellen. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 217,05 Dollar, was weiterhin deutliches Potenzial erwarten lässt. Insgesamt liegen aktuell 18 Kauf-, vier Halte- und ein Verkaufsrating vor.

Milliardenmärkte durch Raumfahrt und künstliche Intelligenz

«SpaceX kann Energie in grossem Massstab in Intelligenz umwandeln und verfügt über die Flexibilität, diese Technologie durch eine Vielzahl von Verbraucher- und Unternehmenslösungen für die nächste Ära der künstlichen Intelligenz – die letzte grosse Grenze – zu monetarisieren», schreiben die Analysten von Morgan Stanley. Die Bank sieht SpaceX daher als Unternehmen mit aussergewöhnlichem langfristigem Wachstumspotenzial.

Laut der Analyse von Morgan Stanley könnte SpaceX bis zum Jahr 2040 einen Umsatz von mehr als 3,3 Billionen Dollar erzielen. Auch Goldman Sachs sieht in den drei zentralen Geschäftsfeldern Raumfahrt, Konnektivität und künstliche Intelligenz jeweils das Potenzial, innerhalb der nächsten fünf Jahre und darüber hinaus Märkte mit einem Volumen von mehreren Billionen US-Dollar zu erschliessen.

Trotz der grossen Wachstumsfantasie weisen die Analysten jedoch auf erhebliche Risiken hin. Dazu zählen insbesondere die starke Abhängigkeit vom Gründer Elon Musk, mögliche Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Tesla sowie regulatorische und geopolitische Unsicherheiten. Zudem stellt der hohe Kapitalbedarf eine Herausforderung dar, während eine begrenzte Marktliquidität die Einführung und Skalierung neuer Technologien bremsen könnte.

Nächster Kurstreiber: Aufnahme im Nasdaq

Am Dienstag wird SpaceX ausserdem in den Nasdaq-100 aufgenommen. Die beschleunigte Aufnahme könnte laut JPMorgan passive Mittelzuflüsse von rund 4,3 Milliarden US-Dollar auslösen, da indexnachbildende Fonds die Aktie kaufen müssen. Vorbörslich gibt die Aktie am Dienstag dennoch um 1,3 Prozent nach.

Auf eine Aufnahme in den Dow Jones Industrial Average muss SpaceX noch länger warten. Hier sind für eine Aufnahme neben der Grösse auch qualitative Aspekte - wie zum Beispiel der Ruf des Unternehmens - entscheidend.

(Bloomberg/cash)