War die SNB aktiv?Eurokurs legt zum Franken auf über 1,13 zu

Der Euro ist am Freitag gegenüber dem Franken und auch dem Dollar weiter gestiegen. Weshalb der Franken sich so stark abschwächt ist unklar, möglicherweise hat die Schweizerische Nationalbank ihre Finger im Spiel.
28.07.2017 08:46
Hat er etwa interveniert? Thomas Jordan, Präsident des SNB-Direktoriums.
Hat er etwa interveniert? Thomas Jordan, Präsident des SNB-Direktoriums.
Bild: cash

Gegenüber dem Schweizer Franken befindet sich der Euro weiterhin im Hoch. Die Gemeinschaftswährung legte über Nacht erneut um einen halben Rappen zu und überschritt die Grenze von 1,13 Franken. Laut Analystin Antje Praefcke von der Commerzbank fehlen für den Sprung des Euro zum Franken stichhaltige Gründe.

Sie hält es jedoch für möglich, dass die SNB die Chance genutzt habe, in einem dünnen, risikofreudigen Markt in eine Aufwärtsbewegung zu intervenieren und das EUR/CHF-Paar künstlich höher zu treiben. Damit wolle sie der Überbewertung des Franken entgegenwirken, so die Analystin. Am frühen Freitagmorgen kostet der Euro 1,1313 Franken.

Entwicklung Euro-Franken im heutigen Handel, Quelle: cash.ch

Der Dollar legte zum Schweizer Franken ebenfalls etwas zu. Er geht am Freitagmorgen bei 0,9670 Franken um.

Gestützt wird der Euro am Morgen von Konjunkturdaten aus Frankreich. Im zweiten Quartal hatte die französische Wirtschaft das Wachstumstempo vom Jahresauftakt halten können und war erneut um 0,5 Prozent gewachsen. Im weiteren Handelsverlauf stehen viele wichtige Konjunkturzahlen aus dem Währungsraum und aus den USA auf dem Programm, die immer wieder für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen können. Unter anderem werden Inflationsdaten aus Deutschland und Frankreich sowie Wachstumsdaten aus den USA veröffentlicht.

Rückenwind für den Euro gibt es am Morgen aber auch durch die US-Politik. Erneut ist in Washington ein Versuch gescheitert, die Krankenversicherung neu zu organisieren. Das Ergebnis ist eine herbe Niederlage für die republikanische Parteiführung und für US-Präsident Donald Trump. Am Devisenmarkt wird immer weniger mit der Umsetzung von Wahlversprechen wie zum Beispiel einer Steuerreform gerechnet. Dies belastet den Dollar und sorgt im Gegenzug für Auftrieb beim Euro.

(cash/AWP)