Die Valoren von Sandoz verlieren am Donnerstag im frühen Handel 1,3 Prozent und notieren bei 69,82 Franken. Seit Jahresbeginn hat der Titel um 20 Prozent zugelegt und steht nach der jüngsten Konsolidierungsphase gut 7 Prozent unter dem Allzeithoch von 74,90 Franken.
Die Analystengemeinde sieht für den Moment kein grosses Aufwärtspotenzial, das durchschnittliche Kursziel liegt gemäss AWP-Analyser bei 69 Franken. Acht Ratings «Kaufen» stehen sechs «Halten» und einmal «Verkaufen» gegenüber. Unter den 15 Analysten, die den Titel abdecken, stechen einige Experten indessen mit deutlich höheren Kurszielen hervor.
So erhöhte am Donnerstag die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel für Sandoz auf 85 von 80 Franken und beliess die Einstufung auf «Buy». Sandoz dürfte im dritten Quartal ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 6,1 Prozent verzeichnen, angetrieben von einem prognostizierten Anstieg der Biosimilar-Verkäufe um 20,6 Prozent, der einen leichten Rückgang im Generikageschäft von 0,3 Prozent ausgleichen soll, so Analyst Shyam Kotadia von Goldman Sachs.
Das Hauptaugenmerk der Investoren liege voraussichtlich auf den Margenaussichten für Generika vor dem Hintergrund des zunehmenden Preisdrucks durch chinesische Hersteller von aktiven pharmazeutischen Wirkstoffen und dessen potenziellen Auswirkungen auf das vierte Quartal sowie das Jahr 2027. Überdies dürften erste Einschätzungen zum Marktpotenzial für GLP-1-Generika nach der jüngsten Markteinführung in Brasilien sowie die Dynamik der kürzlich lancierten Biosimilars auf Interesse stossen. Der Experte von Goldman Sachs geht davon aus, dass Sandoz seine Finanzziele für das Gesamtjahr 2026 bestätigen wird. Sandoz legt die Umsatzupdates zum dritten Quartal 2026 am 26. Oktober vor.
Seit einer Woche zeigt sich Kepler Cheuvreux noch optimistischer als sein angelsächsischer Kollege. Die französische Researchboutique erhöhte am 30. September das Kursziel für Sandoz auf 90 von 80 Franken mit der unveränderten Einstufung «Buy». Der jüngste Kapitalmarkttag habe das Vertrauen in die langfristigen Perspektiven von Sandoz gefestigt. Nicolas Pauillac von Kepler Cheuvreux legt seinen Fokus nun weniger auf der kurzfristigen F&E-Kostenentwicklung, sondern vielmehr auf den Wachstumspfad nach 2030.
Das Sandoz-Management peilt für den Zeitraum 2025 bis 2035 eine mehr als Verdoppelung des Umsatzes an, exklusive GLP-1-Präparate. Der Experte aus Paris erachtet diese Guidance als realistisch und prognostiziert für 2035 Erlöse in Höhe von 23,5 Milliarden Dollar (Basis 2025: 11,1 Milliarden Dollar), was ebenfalls GLP-1-Produkte ausklammert und die unternehmenseigenen Ambitionen um rund 6 Prozent übertreffen würde.
Seit der Abspaltung von Novartis Anfang Oktober 2023 haben sich die Sandoz-Valoren im Wert fast verdreifacht. Entsprechend dürfte das Kurswachstum nach dem Re-Rating der Valoren etwas gemächlicher vorangehen. Aufgrund der ausgezeichneten Wachstumsperspektiven mit dem Megatrend Alterung sowie dem Druck auf das globale Gesundheitssystem, die Kosten zu senken, ist Sandoz ausgezeichnet aufgestellt. Wer den Titel im Depot hat, kann ihn dort über die nächsten Jahre liegen lassen. Neuanlegern ist empfohlen, den Titel in Schwächephasen zu kaufen.

