Die Aktien von Emmi sinken am Mittwoch um 0,46 Prozent auf 862,00 Franken. Sie bewegen sich damit in gleicher Richtung wie der Gesamtmarkt, der gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,68 Prozent nachgibt. Zudem vergrössert sich der Abstand zum am Dienstag im Handelsverlauf erzielten 19-Monate-Hoch - beim Stand von 867 Franken waren die Titel des Innerschweizer Milchverarbeiters wieder so viel Wert wie Ende Oktober 2024.
Dabei hatte es im vergangenen September noch schlecht ausgesehen, als die Emmi-Aktien bei 680 Franken auf ein Mehrjahrestief zurückfielen.
In den letzten Monaten ist aber einiges geschehen, was den Anstieg auf das diese Woche erreichte 19-Monate-Hoch erklärt. Zum einen bewegten sich die Jahreszahlen 2025 alles in allem in den Analysten-Erwartungen. Umsatz und operativer Gewinn lagen etwas über, der Reingewinn ein Stück unter dem Konsens. In den Tagen nach der Zahlenvorlage überarbeiteten oder bestätigten Analysten ihr Kursziel für Emmi: Kepler Cheuvreux ging von 900 auf 950 Franken, Berenberg blieb bei 900 Franken. Die Analysten beider Investmenthäuser bestätigten zudem das «Buy»-Rating.
Als aussichtsreich wurde speziell das Geschäft mit sogenannten «High-Protein»-Produkten eingestuft. Diese weisen einen hohen Eiweissgehalt auf und passen zum wachsenden Gesundheits- und Ernährungsbewusstsein der Konsumenten. Sie glaube, dass die steigende Nachfrage nach Proteinen auf Milchbasis ein wichtiger Treiber für Emmi sei, notierte die zuständige Expertin der Bank Berenberg, Chiara Di Giammaria.
«High-Protein»-Produkte machen laut Berenberg derzeit rund 7 Prozent des Umsatzes aus. Dieser Anteil könne auf 10 Prozent im Jahr 2028 steigen. Die sich daraus ergebende mittelfristige Chance beziffert die Expertin mit einer halben Milliarde Franken. Aktuell setzt Emmi 4,7 Milliarden Franken um.
Eine weitere Erklärung für den starken Lauf der Emmi-Aktien in den zurückliegenden Monaten ist die offenbare Widerstandskraft der Titel. Der Konflikt im Nahen Osten dämpfte sie kaum. Am letzten Börsentag vor dem Ausbruch des Kriegs im Iran gingen sie bei 810 Franken aus dem Handel. Drei Wochen später befanden sie sich noch immer auf diesem Stand. Im gleichen Zeitraum büsste der SPI gut 10 Prozent ein.

