Die Valoren von Lonza ziehen am Freitag im frühen Handel um 1,0 Prozent auf 647,00 Franken an, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) um 0,25 Prozent anzieht. Seit Jahresbeginn hat der Titel des Auftragsfertigers für die Pharmaindustrie um 20 Prozent zugelegt.
Im Vergleich zum SMI, der auf einem Rekordhoch notiert, notieren Lonza immer noch gut 25 Prozent unter dem vor fünf Jahren erreichten Allzeithoch von 784,50 Franken. Geht es nach Barclays, soll der Titel über die nächsten zwölf Monate knapp unter dieses Niveau vorstossen. Die britische Investmentbank bekräftigt das Vertrauen in die Papiere der Lonza und hob am Freitag das Kursziel für den Schweizer Pharmazulieferer auf 770 von 730 Franken an. Die Einstufung wird auf «Overweight» belassen.
In einer Kundennotiz verweist der zuständige Barclays-Analyst Charles Pitman-King auf die jüngst formulierten Mittelfristziele des Unternehmens, welche ihn zu einer Anpassung seiner Prognosen veranlassten. Für den Zeitraum von 2026 bis 2032 macht der Experte ein zusätzliches Potenzial beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im niedrigen bis hohen einstelligen Prozentbereich aus.
Auch die langfristigen Aussichten bewertet Barclays überaus optimistisch: Über eine Dekade, 2026 bis 2036, rechnet Pitman-King mit einem robusten jährlichen Umsatzwachstum von 11 Prozent sowie einer spürbar effizienteren Umwandlung der Erträge in freien Cashflow.
Vor Wochenfrist schraubte auch Bernstein SG die Erwartungen nach oben und erhöhte das Kursziel für die Lonza-Aktie von 835 auf 887 Franken. Die Einstufung bleibt bei «Outperform». Analyst Justin Smith verweist in einer Kundennotiz auf eine deutlich verbesserte Visibilität der Margenentwicklung im Nachgang des jüngsten Kapitalmarkttages.
Seine nach oben revidierten Gewinnschätzungen heben sich nun klar vom Marktkonsens ab, betont der Experte von Bernstein SG. Als Haupttreiber dieser Entwicklung identifizierte er die gesteigerte Profitabilität im Biologika-Geschäft, massgeblich gestützt durch den US-Standort Vacaville. Die Integration zeige gute Fortschritte.
Zusätzliches Momentum verspricht sich der Analyst von Bernstein SG durch den Verkauf der Consumer-Sparte. Dieser wirke weiterhin als Katalysator, zumal die erste Tranche der Verkaufserlöse dem Unternehmen uneingeschränkten Spielraum für strategische Fusionen und Übernahmen belasse.
Gemäss AWP-Analyser stufen 18 Analysten den Titel mit «Kaufen» bei einer Empfehlung «Halten» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 700 Franken.
Lonza setzt sich höhere Mittelfristziele
Lonza will nach Abschluss der Transformation zu einem fokussierten Pharmazulieferer noch profitabler werden. Die Basler haben Mitte Oktober im Vorfeld eines Investorentages ihre neuen finanziellen Ziele vorgestellt. Der am sogenannten «Kern-Ebitda» gemessene Betriebsgewinn soll auch in Zukunft schneller wachsen als der Umsatz. Konkret strebt das Unternehmen in der mittleren Frist ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von 10 bis 13 Prozent zu konstanten Wechselkursen an.
Die Betriebsgewinn-Marge soll gleichzeitig in den hohen 30er-Prozentbereich steigen. Zum Vergleich: Für das Jahr 2026 erwartet Lonza eine Marge von 33 bis 34 Prozent und das bei einem in Lokalwährungen gerechneten Umsatzwachstum von 11 bis 12 Prozent.
Lonza hat sein Wachstumsversprechen nicht grundsätzlich verändert, aber konkretisiert. Nach dem bisherigen Modell strebte das Unternehmen ebenfalls ein organisches Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich an. Dabei sollte der Betriebsgewinn schneller als die Verkäufe zulegen. Neu formuliert Lonza auch konkrete Ambitionen für die Kapitalrendite und die Cashflow-Generierung. So nimmt Lonza etwa die Rendite auf dem investierten Kapital (ROIC) sowie eine weitere Verbesserung der Cashflow-Generierung ausdrücklich in das mittelfristige Finanzmodell auf.
Demnach soll der Ertrag auf dem investierten Kapital (ROIC) das Zwei- bis Dreifache der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) erreichen. Und der Investitionsaufwand soll weiterhin im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich des Umsatzes schwanken. Eine dauerhaft höhere Marge und ein höherer ROIC können die Wertschöpfung pro investiertem Franken steigern. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Lonza strebt eine jährlich stabile oder steigende Dividende je Aktie an und behält sich zudem selektive Aktienrückkäufe vor. Dies berichtete die Nachrichtenagentur AWP.

