Was am neuen Arbeitsplatz wichtig ist

Ein neuer Arbeitsplatz ebnet den Weg für andere Perspektiven - und birgt tückische Stolpersteine. cash nennt zehn Punkte, worauf Büro-Neulinge beim Start unbedingt achten sollten.
25.09.2014 01:05
Von Marc Forster
Schlafen im Büro ist sicher keine gute Strategie beim Antritt eines neuen Jobs.
Schlafen im Büro ist sicher keine gute Strategie beim Antritt eines neuen Jobs.
Bild: iNg

Der erste Eindruck: Es gibt nur eine Chance für einen ersten Eindruck. Und der erste Eindruck ist meist der richtige, vor allem, wenn er schlecht ist. Ziehen Sie sich für ihren ersten Tag im neuen Büro passend an. Also keine auffälligen Hemden, Krawatten oder Schuhe. Auch nichts, was sie zu stark oder zu wenig verhüllt. Benutzen Sie ein dezentes Parfüm, wenn überhaupt eines. Und alle im engeren Sinne unflätigen Tätigkeiten, die irgendwie mit ihren Körperfunktionen zusammenhängen, sollten Sie selbstverständlich auch vermeiden.

Gesprächsthemen: Versuchen Sie nicht, sich künstlich interessant zu machen oder besonders originell zu wirken. Wenn sie etwa Fan eines sehr exotischen Fussballclubs sind, dann müssen Sie dies auf einigermassen gewinnende Weise begründen. Genauso verhält es sich auch mit allen anderen Tätigkeiten und Vorlieben. Sie merken relativ schnell, für was sich Ihre Kollegen interessieren, und beteiligen Sie sich dann zunächst eher vorsichtig an diesen Themen.

Tratsch: In jedem Büro wird getratscht, auch über Sie. Wenn Sie neu an einem Ort sind, dann vermeiden Sie es, gleich am Büroklatsch teilzuhaben. Sie geraten damit unvorteilhaft zwischen die Fronten. Ausser natürlich, Sie sind so raffiniert im Spinnen von Intrigen, dass Sie instinktiv die richtige Seite ergreifen und die gewonnenen Informationen voll für sich selber ausnutzen können.

Eigene Meinung: Eine Büroweisheit besagt, dass man sich mit einer eigenen Meinung zurückhalten soll, wenn mehr als drei Personen im Raum sind. Testen Sie zuerst, wie die allgemeine Stimmung ist. Drücken Sie dann eine Meinung aus, mit der sie am besten durch die Diskussion kommen und die Sie auf die Seite derer bringt, die sich am Schluss durchsetzen.

Namen merken: Merken Sie sich Namen und Aufgaben ihrer Kollegen und schreiben Sie dies notfalls auf. Genauso müssen sie sich vorstellen und sagen, was ihre Funktion ist. Einordnung ist im Büroalltag immer wichtig. Versuchen Sie auch schnell zu verstehen, wie ihre Firma aufgebaut ist und wie sie funktioniert, um sich zurechtzufinden. Dies erleichtert Ihren Einstieg enorm.

Fragen: Sie müssen Ihren Kollegen am Anfang sehr viele Frage stellen. Die meisten werden bereit sein, diese zu beantworten. Schauen Sie aber darauf, dass sie nicht immer wieder die gleichen Fragen stellen müssen. Notizen helfen Ihnen dabei, sich an Abläufe zu erinnern.

Kontakte knüpfen: Rauchen ist zwar nicht gesund, aber es ist bekannt, dass Raucher besonders heute, wo es spezielle Raucherecken gibt, schneller und enger miteinander in Kontakt treten. Alternativ bieten sich für ein solches Näherkommen die Kaffeemaschine oder die Kantine an (gemeinsame Nahrungsaufnahme schafft Vertrauen), auch wenn dort die Atmosphäre sicher weniger intim ist als in der Raucherkabine. Keine gute Idee ist, die Kollegen schon im Tram oder in der S-Bahn anzuquatschen. Dort sind die Leute vor allem morgens meistens nicht gut gelaunt und wortkarg.

"Wie hast Du/Wie haben Sie sich eingelebt?" Diese Frage wird Ihnen häufiger gestellt werden. Manchmal ist damit echtes Interesse verbunden, häufig dürfte es sich einfach um eine Verlegenheitsfrage handeln. Sie müssen Sie allerdings immer freundlich beantworten und wenn immer möglich glaubwürdig möglichst positive Erlebnisse aufzählen können.

Verbesserungsvorschläge: Sie machen sich kaum beliebt, wenn sie schon am ersten Tag eine Neuplatzierung der Kaffeemaschine vorschlagen, oder Firmenabläufe ändern wollen. Ausser natürlich, Sie sind zu solchen Zwecken angestellt worden. Auch keine Freunde schaffen Sie sich, wenn Sie von Anfang an sagen, welche Aufgaben sie lieber nicht erledigen möchten, oder dass sie vor den anderen in den Feierabend zu gehen gedenken. Umgekehrt machen Sie sich mit Übereifer auch verdächtig. Melden Sie sich bereitwillig, wenn es Aufgaben zu verteilen gibt, aber überfordern Sie sich nicht, denn sie haben am Anfang immer einen Wissensnachteil.

Die Chefin/der Chef: Das vielleicht zentrale Thema. Wer immer diese Person ist, sie hat natürlich einen beträchtlichen Einfluss auf Ihr Schicksal. Vorgesetzte bewerten Sie, entscheiden über ihre Probezeit, Ihren Lohn und Sie brauchen von ihnen wohl auch irgendwann ein Zeugnis. Bemühen Sie sich am Anfang um ein so gut es geht neutrales Verhältnis. Kritisieren sollten Sie Vorgesetzte meistens nicht, und wenn Sie Schmeicheleinheiten anbringen wollen, müssen Sie darin geübt sein. Eine etwas ernüchternde Nachricht ist, dass das Verhältnis zu den Vorgesetzten längst nicht nur von Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Verhalten abhängt.