Weko-Entscheid - Ticketcorner und Starticket dürfen nicht fusionieren

Die Wettbewerbskommission (Weko) untersagt den geplanten Zusammenschluss von Ticketcorner und Starticket.
23.05.2017 08:14
Ticketcorner gehört der Ringier-Gruppe und der CTS-Eventim-Gruppe.
Ticketcorner gehört der Ringier-Gruppe und der CTS-Eventim-Gruppe.
Bild: ZVG

"Das neue Unternehmen hätte eine verstärkte marktbeherrschende Stellung erhalten und damit den wirksamen Wettbewerb im Fremdvertrieb von Tickets beseitigt", heisst es in einer Mitteilung der Behörde vom Dienstag. Die Mediengruppe Tamedia, zu der Starticket gehört, behält sich rechtliche Schritte vor. Ticketcorner gehört der Ticketcorner Holding, welche die Ringier-Gruppe und die CTS-EVENTIM-Gruppe halten.

Die beiden Unternehmen bieten für Veranstalter den Ticketvertrieb für Konzerte, Shows oder ähnliches an. Die Dienstleistungen umfassen den physischen und Online-Vertrieb von Tickets (Fremdvertrieb) sowie die Vermarktung von Veranstaltungen (wie Werbung in Medien und Präsenz in sozialen Netzwerken). Zudem stellen Ticketcorner und Starticket Veranstaltern auch Software-Lösungen zur Verfügung, um den Ticketvertrieb selbst vorzunehmen (Eigenvertrieb).

Durch den Zusammenschluss sollte Starticket eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Ticketcorner werden. Die vertiefte Prüfung der Weko habe jedoch ergeben, dass zwar auf dem Markt für Eigenvertrieb keine Probleme vorliegen würden, so die Kommission weiter. Auf dem Markt für Fremdvertrieb hingegen gebe es deutliche Anhaltspunkte, dass Ticketcorner bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt über eine marktbeherrschende Stellung verfüge.

Kein wirksamer Wettbewerb

Der Zusammenschluss hätte es den beiden Unternehmen laut der Weko erlaubt, den Schweizer Markt für Fremdvertrieb von Tickets zu kontrollieren und den wirksamen Wettbewerb zu beseitigen. Zudem hätte die Anbindung der beiden Unternehmen an die zwei grossen Mediengruppen Ringier und Tamedia die Stellung des neuen Unternehmens auf dem Markt verstärkt.

Der Entscheid der Weko kann an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden. Die Mediengruppe Tamedia, zu der Starticket gehört, bedauert den Entscheid und behält sich rechtliche Schritte vor. Er schwäche die Schweizer Ticketinganbieter im internationalen Wettbewerb, teilt das Unternehmen am Dienstag mit.

Nach dem Nein der Weko werde Tamedia das Wachstum von Starticket indes aus eigener Kraft weiter vorantreiben. Starticket weise seit Anfang 2017 ein zweistelliges Umsatzwachstum aus und habe zahlreiche neue Veranstaltungskunden gewonnen, so Tamedia.

(AWP)