Bei ‌Projekten ⁠mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Billionen Dollar drohten bis 2030 Abschreibungen, wie ⁠aus einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der Beratungsfirma Gartner hervorging. Dies sei etwa die ‌Hälfte der Ausgaben in diesem Zeitraum. «Unsere Untersuchungen deuten ‌darauf hin, dass die ​KI-Umsätze im Geschäfts- und Privatkundenbereich nicht ausreichen werden, um Gewinne zu erzielen», sagte Gartner-Experte Will Sommer.

Bis 2030 müssten Rechenzentrumsbetreiber kumuliert 8,5 Billionen Dollar an Umsatz erwirtschaften, um ihre Investitionen zu finanzieren und eine zugrunde ‌gelegte Rendite von zwölf Prozent zu erzielen, rechnete Sommer vor. Die KI-Erlöse in diesem Zeitraum dürften die Marke von 3,6 Billionen Dollar jedoch ​nicht überschreiten. Zudem müsse die aktuelle Generation an Hochleistungsservern ​in wenigen Jahren durch modernere Rechner ​ersetzt werden.

Am stärksten wären hiervon die sogenannten Neoclouds betroffen, die sich auf den ‌Betrieb von KI-Rechenzentren spezialisiert haben, schrieben die Gartner-Experten weiter. Sie rechneten damit, dass in den kommenden Jahren 80 Prozent dieser Unternehmen ihren Betrieb einstellen ​müssen ​oder übernommen werden.

Die grossen, ⁠Hyperscaler genannten Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS), Google und ​Microsoft verfügten dagegen über ⁠ausreichende anderweitige Einnahmequellen, um das aktuelle Investitionstempo aufrechtzuerhalten.

Die wieder aufgeflammte Furcht ‌vor einem Abflauen des KI-Booms sorgte in den vergangenen Tagen an den Aktienmärkten für einen Ausverkauf bei Technologiewerten. Vergangene Woche ‌hatte der australische Rechenzentrumsbetreiber Firmus seinen milliardenschweren Börsengang ​abgesagt. Es wäre das zweitgrösste Börsendebüt in der Geschichte des Landes gewesen.

(Reuters)