«Wenn Stellenabbau, dann global»

EFG-CEO Joachim Strähle hält die Risiken durch den Kauf der Tessiner BSI für tragbar und hofft auf grosse Synergieeffekte. Im Video-Interview sagt er auch, ob den beiden Privatbanken ein weiterer Stellenabbau droht.
22.02.2016 13:54
Joachim Strähle, CEO von EFG International.
Bild: cash

Bedeutender Konsolidierungsschritt in der Schweizer Privatbankenbranche: Die EFG International übernimmt die Tessiner BSI. Dazu will sie im zweiten Quartal 2016 Kapital aufnehmen, um die Transaktion im vierten Quartal 2016 abschliessen zu können. Bis Ende 2017 soll die Integration vollzogen sein. Ab 2018 soll sich die Transaktion positiv auf den Gewinn pro Aktie auswirken.

Die Börse nimmt die Übernahme negativ auf. Die Aktien der an der Schweizer Börse kotierten EFG International verlieren am heutigen Montag in einem sonst sehr positiven Markt 4,6 Prozent (Stand 13.30 Uhr).

Durch den Zusammenschluss entsteht die fünftgrösste Schweizer Privatbank. Der Kaufpreis beläuft sich auf 1,3 Milliarden Franken. Analysten sprechen von hohen Implementierungskosten bei relativ niedrigen Synergieeffekten. Ein gewagter Kauf also.

"Ich glaube die Risiken durch die Fusion mit BSI sind tragbar", beschwichtigt Joachim Strähle, CEO von EFG, im Video-InterviewDer Kauf der Tessiner Bank würde signifikante Kostensynergien von 185 Millionen Franken bringen. Einen Grossteil der Einsparungen sei dabei auf Einsparungen durch die Migration auf eine einzelne IT-Plattform zurückzuführen. Welche der beiden Plattformen gewählt wird, verrät Strähle dabei noch nicht.

Weltweiter Stellenabbau möglich

Im November 2015 kündete die Privatbankengruppe EFG International aufgrund des schwachen Geschäftsgangs an, bis Ende 2016 die Kosten um 30 Millionen Franken senken zu wollen, da die Profitabilität "fundamental" verbessert werden müsse, wie EFG damals mitteilte. Als Teil der Sparmassnahmen wurde ein Abbau von 200 Stellen bekannt gegeben.

"Wir werden die angekündigten 200 Stellen abbauen", so Strähle. Ob aufgrund des Zusammenschlusses weitere Entlassungen dazu kommen werden, müsse noch klar analysiert werden. "Falls ein weiterer Stellenabbau kommt, dann auf globaler Basis. Und es würde beide Banken gleichermassen betreffen."

Welche Vorteile und Risiken er bei diesem Zusammenschluss für Kunden und Aktionäre sieht sowie welcher Markenname die neue Gruppe tragen wird, das erläutert der EFG-Chef im Video-Interview.

(AWP/cash)