Weshalb Ledermann auf Börsengang verzichtet

Ledermann Immobilien hat die geplante Publikumsöffnung am Dienstag abgesagt. Dies ist nach Aussagen von CEO Michael Müller vor allem einem Grund zuzuschreiben.
08.10.2013 17:49
Das Immobilien-Portfolio von Ledermann sei mit der Konzentration auf Zürich einerseits fokussiert und wenig differenziert, sagen Branchenkenner.
Das Immobilien-Portfolio von Ledermann sei mit der Konzentration auf Zürich einerseits fokussiert und wenig differenziert, sagen Branchenkenner.
Bild: cash

Der jüngst angekündigte Börsengang werde in Absprache mit dem Lead Manager UBS vorerst sistiert, teilte die Immobilienfirma am Dienstag mit.

In einer kurzen Stellungnahme gegenüber AWP begründete CEO Michael Müller am Nachmittag den IPO-Verzicht auf die "insgesamt unter unseren Erwartungen liegende Nachfrage".

Im Markt war von "eher verhaltenem Interesse" der institutionellen Anleger die Rede. Müller widersprach dem teilweise und meinte dazu: "Es bestand eine gute Nachfrage bei diversen institutionellen Anlegern, vor allem bei Immobilien-Investoren, die sich ein genaues Bild von unserem Portfolio machen konnten und die Qualität unseres Portfolios wie wir einschätzen."

Zur Frage, ob damit der IPO-Plan definitiv vom Tisch ist, meinte er, es bestehe bei Ledermann - wie bereits im Vorfeld des geplanten IPO mehrfach erwähnt - "kein Druck für einen Börsengang, weshalb wir ihn auch nicht erzwingen müssen."

Ankündigung im September

Der erste Handelstag der Aktien der Ledermann Immobilien AG war ursprünglich für den heutigen Dienstag an der SIX Swiss Exchange vorgesehen, wobei die Zeichnungsfrist am Vortag endete.

Angekündigt worden war der geplante Börsengang im vergangenen Monat. Gemäss den Plänen hätten bis zu 1,38 Mio neue Aktien zu 89 bis 103 CHF platziert und damit brutto 130 Mio CHF gelöst werden sollen. Mit den Mitteln aus der Publikumsöffnung wollte man künftiges Wachstum fördern, ein Teil wäre zudem zur Stärkung der Bilanz bestimmt gewesen, wie die Verantwortlichen damals sagten.

Alleinbesitzer Urs Ledermann meinte damals etwa, der Börsengang bedeute den Aufbruch in eine neue Ära. Durch die Renovationen und den Bau von Immobilien wolle er die Mieterträge steigern. "Wir wollen eine attraktive und faire Story", so Ledermann vor den Medien.

Die Gesellschaft halte aber an ihrer qualitativen Wachstumsstrategie fest, hiess es am Dienstag weiter. Ledermann besass Ende September knapp 490 Wohnungen in 60 Liegenschaften im Wert von 626 Mio CHF. Im vergangenen Jahr erzielte die Immobilienfirma einen Mietertrag von 20,2 Mio CHF. Der Betriebsgewinn (EBIT) betrug 35,8 Mio CHF, unter dem Strich stand ein Reingewinn von 21,2 Mio CHF.

(AWP)