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Wie weiter mit der Leonteq-Aktie?

Die Aktie der beliebten Struki-Bude ist in den letzten Wochen unter die Räder gekommen. Was sind die Gründe und wie geht es mit Leonteq weiter? cash liefert Antworten.
30.09.2015 13:32
Von Ivo Ruch
Leonteq tummelt sich im Markt für strukturierte Produkte.
Leonteq tummelt sich im Markt für strukturierte Produkte.
Bild: iNg

Die Aktie von Leonteq schwächelt. In der letzten Woche hat der Titel mehr als 18 Prozent verloren und ist auf dem Stand von Mitte Juli, bei 175 Franken, angelangt (siehe Chart). Mit ein Grund für den Kursrutsch war die Entscheidung der Credit Suisse, ihr Kursziel für die Leonteq-Aktie von 250 auf 210 Franken herunterzuschrauben. Auch dürften viele Anleger die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen erkannt haben und strichen ansehnliche Renditen ein.

Leonteq-Aktie in den letzten drei Monaten, Quelle: cash.ch

Denn langfristig befindet sich die Leonteq-Aktie immer noch auf einem hohen Niveau. In diesem Jahr steht sie 46 Prozent im Plus, auf Jahresfrist sind es sogar 72 Prozent. Seit dem Börsengang im Oktober 2012 hat sich der Wert der Raiffeisen-Tochter fast verachtfacht. Das hat auch die Bewertung in die Höhe getrieben. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2016 von 26 gehört Leonteq zu den teuersten Finanz-Aktien am Schweizer Markt.

Ungewisse Zukunft für «Strukis»

Wie geht es mit einer der beliebtesten Schweizer Aktien weiter, angesichts dieser turbulenten jüngsten Vergangenheit? Der Anbieter strukturierter Produkte findet immer wieder neue prominente Partnerunternehmen für seine Technologieplattform. Diesem Geschäftsmodell scheinen wenige Grenzen gesetzt.

Ein Deal mit der Deutschen Bank soll demnächst im Trockenen sein, genauso wie Kooperationen mit J.P. Morgan. Zusätzliches Wachstum erwartet CEO Jan Schoch auch im Anlage- und Vorsorgebereich bei Versicherungen, wie er kürzlich gegenüber cash sagte. Auch ist Leonteq im internationalen Vergleich immer noch eine kleine Nummer. Ihr Marktanteil im Bereich strukturierte Produkte liegt unter einem Prozent, was ebenfalls Wachstumschancen bedeutet.

Ein Fragezeichen ist eher hinter die "Strukis" als Gesamtmarkt zu setzen. Dieser ist in Europa und Asien in den letzten drei Jahren um etwa 3 Prozent pro Jahr geschrumpft. Und er könnte zusätzlich an Attraktivität verlieren, wenn sich das derzeit tiefe Zinsumfeld zu normalisieren beginnt. Denn dann verlieren Hebel-Produkte im Vergleich zu anderen, "einfacheren" Anlage-Vehikeln an Attraktivität. Auch hätte eine verschärfte Regulierung in diesem Bereich einen negativen Einfluss auf die Geschäfte von Leonteq.