Die Aktien der Schweizer Grossbank UBS rückten am Montag um 1,65 Prozent auf 43,20 Franken vor, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) unverändert notierte. Damit stehen die Valoren gut 4 Prozent unter dem vor etwas mehr als einem Monat erreichten Mehrjahreshoch von 44,44 Franken.
Bemerkenswert ist dieser Kursrücksetzer von weniger als 10 Prozent im letzten Monat insofern, als sich die UBS-Aktien seit der Übernahme der Credit Suisse in Konsolidierungsphasen wesentlich volatiler zeigten und Kursrückschläge von 30 und mehr Prozent immer wieder vorkamen.
Am Montag profitierte der Wert primär von den gefragten US-Finanztiteln, welche nach einer zweiwöchigen Konsolidierungsphase wieder zulegten. So stieg der wegweisende KBW Bank Index am Montag im US-Handel 1,2 Prozent an. Die Finanzwerte des S&P 500 führten die Gewinner im S&P 500 an und entwickelten sich besser als der Gesamtmarkt. Regions, Wells Fargo, BNY Mellon und Truist führten die Gewinnerliste an.
Im Dow Jones zogen die Valoren von JPMorgan um 1,4 Prozent an. Die Bank ist damit rund 5 Prozent von einer Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar entfernt. «Banken holen einen Teil der Verluste der Vorwoche auf, angesichts der Volatilität am Anleihemarkt», sagte Barclays-Analyst Jason Goldberg gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Unterstützung erhalten die europäischen Bankwerte auch von den Analysten von JPMorgan, welche jüngst ihren European Flow Tracker für Juli aktualisierten. Die langfristigen Nettomittelzuflüsse in Europa stiegen im Vormonat auf 119 Milliarden Euro - das entspricht einem Plus von 8,4 Prozent des jährlichen verwalteten Vermögens. Getrieben wird die Entwicklung durch stärkere aktive und passive Zuflüsse. Auch in den USA erhöhten sich die langfristigen Nettomittelzuflüsse im Vergleich zum Vormonat um 3,5 Prozent des jährlichen verwalteten Vermögens, da höhere passive Zuflüsse nur teilweise durch geringe aktive Abflüsse kompensiert wurden. Alle Vermögensverwalter verzeichneten positive Nettomittelzuflüsse, mit Ausnahme des Vermögensverwalters Aberdeen, betonen die Analysten von JPMorgan.
Nicht unwesentlich ist auch der Umstand, dass es um die Eigenmittelvorschriften ruhiger geworden ist. Der Markt scheint ein versöhnliches Ende der Verhandlungen mit dem Bund, der Finma und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vorwegzunehmen. Darauf deutet auch die Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs vor zwei Wochen hin.
Die US-Investmentbank hatte das Kursziel für die UBS von 41,50 auf 47 Franken angehoben und die Einstufung bei «Neutral» belassen. Analyst Chris Hallam erklärte, er habe seine Prognosen für die Grossbank nach Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal angepasst. Er begründete diesen Schritt vor allem mit gestiegenen Erträgen in den Bereichen Investment Banking und Wealth Management sowie mit umfangreicheren Aktienrückkäufen.
Überdies befinde sich die UBS auf einem guten Weg, ihre für 2026 gesteckten Ziele zu übertreffen. Dazu gehöre eine harte Kernkapitalrendite von etwa 15 Prozent und eine Aufwand-Ertrag-Relation von unter 70 Prozent, so der Experte von Goldman Sachs.

