«Wir können damit leben, aber es wird uns mehr kosten», sagte er am Donnerstag an dem Jahresanlass der Bankiervereinigung (SBvg) in St. Gallen.
«Erfreut» sei er aber auch über diese vorgeschlagenen Verschärfungen der Eigenmittelregulierung nicht. Das oberste Ziel sei ein «Schweizer Kompromiss», der es der Grossbank erlaube, in der Schweiz zu bleiben und hier erfolgreich zu sein. Die UBS wolle einen Beitrag zur Schweizer Wirtschaft leisten.
«Sollten wir jedoch in eine Lage geraten, in der wir nicht mehr wettbewerbsfähig sind, müssen wir natürlich darüber nachdenken.» Er hoffe, dass der Ständerat einen guten Kompromiss vorlegen werde.
Im Nachgang des CS-Debakels hatte der Bundesrat eine vollständige Unterlegung der UBS-Auslandstöchter mit hartem Kernkapital (CET1) vorgeschlagen. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates (WAK-S) sprach sich daraufhin in der Mehrheit gegen diesen Gesetzesentwurf aus und beantragte Ende August, eine Unterlegung der UBS-Auslandstöchter zu 50 Prozent mit CET1-Kapital und zu 50 Prozent mit AT1-Anleihen. Am Donnerstag wurde diese abgeschwächte Version im Ständerat beraten; es kam aber noch zu keinem Entscheid.
Gleichzeitig betonte Kelleher mit Blick auf die zwischen Bank sowie Bundesrat und Behörden sehr öffentlich und vehement geführte Debatte, dass das UBS-Management nie den Bundesrat «angegriffen» habe. Man sei immer respektvoll gewesen. Zu bedenken sei zudem, dass die UBS den Aktionären verpflichtet sei, sagte Kelleher. Wie die Finanzministerin Karin Keller-Sutter die Art der Debatte beurteile, wisse er nicht: «Sie spricht nicht mit mir.»
«Der Vorschlag, 50 Prozent Kernkapital und 50 Prozent AT1-Anleihen zu nutzen, ist ein Sieg für die UBS», erklärte Filippo Alloatti, Anleihenexperte bei Federated Hermes, gegenüber Reuters kürzlich. Sollte das Parlament den verstärkten Einsatz von sogenannten AT1-Anleihen erlauben, könnte das Institut Investoren zufolge jährlich Hunderte Millionen Dollar sparen.
Damit müsste die UBS zwar immer noch rund 13 Milliarden Dollar an frischen Mitteln aufnehmen. Doch dieses Geld könnte sie weitgehend über günstigere AT1-Anleihen statt über CET1 beschaffen. «Damit wäre der Vorschlag für die Bank deutlich einfacher umzusetzen und kostengünstiger als der ursprüngliche Entwurf des Bundesrats», erklärt Luca Evangelisti, Fondsmanager bei Jupiter tzu Reuters.
(AWP/cash)

