«Wir tun alles für die Zeitungen»

Ringier macht immer mehr Umsatz mit dem digitalen Geschäft. Verleger und Verwaltungsratspräsident Michael Ringier äussert sich im cash-Video zur Zukunft von gedruckten Zeitungen und zu einem möglichen Börsengang.
15.04.2015 14:47
Von Ivo Ruch
Michael Ringier führt das Unternehmen seit 1985.
Bild: cash

Ringier ist ein weit verzweigtes Medienunterunternehmen mit Aktivitäten in 14 Ländern und führt unter anderem Geschäfte in den Bereichen Print- und Onlinemedien, Entertainment sowie eCommerce. Ist es dabei noch möglich, den Überblick über den gesamten Konzern zu haben? "Ja, denn wir sind im europäischen Vergleich immer noch fast ein KMU", sagt Verleger und Verwaltungsratspräsident Michael Ringier im Video-Interview zu cash. Die vielen Aktivitäten seien immer noch überschaubar.

Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete der Ringier-Konzern, zu dem auch cash.ch zu 50 Prozent gehört, einen um 3,7 Prozent tieferen Umsatz – bedingt durch den Verkauf des tschechischen Geschäfts sowie der AIO Group (Good News). Neben diesen Effekten habe sich der Rückgang im klassischen Nutzer- und Anzeigenmarkt negativ ausgewirkt, teilte Ringier am Mittwoch mit.

Digital ersetzt Print nur bedingt

Auch deshalb setzt Ringier weiterhin auf Transformation hin zu einem diversifizierten Medienunternehmen. Der Beitrag des digitalen Geschäfts am Gesamtergebnis beträgt mittlerweile 32,1 Prozent. Dennoch glaubt Michael Ringier, dass sein Konzern auch in absehbarer Zeit noch gedruckte Zeitungen produzieren wird. "Ich weiss nicht, wie lange das noch der Fall sein wird. Aber wir werden alles daran setzen, dass es in Zukunft noch Zeitungen und Zeitschriften gibt."

Das erwartete weitere Wachstum im Digitalbereich werde die Umsatzverluste im traditionellen Kerngeschäft auch künftig nur bedingt kompensieren, erklärte Ringier-CEO Marc Walder vor den Medien. Anders sehe dies aber auf Stufe EBITDA aus. Hier wirkten sich die Digitalgeschäfte, welche Margen in der Grössenordnung von 40 bis 60 Prozent generieren können, deutlich positiv aus.

Mit Ringier an die Börse?

Im letzten Jahr ging Ringier einen Deal ein mit der amerikanischen Investmentfirma KKR, um die digitalen Rubrikenmärkte Scout24 und Omnimedia weiterzuentwickeln. Solche Private-Equity-Firmen sind bekannt dafür, die Effizienz entsprechender Firmen zu steigern. Beim Abschluss eines Engagements können dann Börsengänge ein Thema werden. Wie sieht das bei Ringier aus? "Wir können uns durchaus vorstellen, dass wir mit einer Unterfirma an die Börse könnten. Aber nicht zurzeit", sagt Verleger Michael Ringier. Bei der Ringier Holding sei ein Gang auf das Börsenparkett hingegen kein Thema.

(mit Material von AWP)

Im Video-Interview mit cash äussert sich Michael Ringier auch zum Risiko von grossen Investitionen.