Yves Mersch - EZB-Direktor sieht Finanzstabilität als Notenbank-Ziel skeptisch

EZB-Direktor Yves Mersch hat sich zurückhaltend zu Forderungen geäussert, die Euro-Notenbank solle als zusätzliches Ziel auch für Finanzstabilität sorgen.
06.09.2018 11:31
Euro-Symbol und Turm der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Euro-Symbol und Turm der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: cash

Die EU-Verträge wiesen der Europäischen Zentralbank (EZB) hier eine beisteuernde und unterstützende Rolle zu, sagte Mersch am Donnerstag auf einer Konferenz in Frankfurt laut Redetext. Das sei besser so. "Andernfalls könnte politischer Druck, diese oder jene Haltung in Fragen der Finanzstabilität einzunehmen, auch die Zentralbank-Unabhängigkeit gefährden."

Der deutsche Bundesbank-Chef Jens Weidmann hatte zuletzt ebenfalls davor gewarnt, die Geldpolitik mit dieser Aufgabe zu überlasten. Die EZB hat als vorrangigen Auftrag, für stabile Preise im Euro-Gebiet zu sorgen. Dies sehen die Währungshüter dann als erfüllt an, wenn die Inflation auf mittlere Sicht bei knapp unter zwei Prozent liegt. In der jüngsten Vergangenheit waren immer wieder Rufe laut geworden, die EZB solle darüber hinaus auch für die Bewahrung eines stabilen Finanzsystems sorgen.

Mersch sieht solche Forderungen auch deshalb kritisch, weil sich Finanzstabilität im Unterschied zu Preisstabilität nur schwer messen lässt. Ohne ein klar messbares Ziel sei es aber viel schwerer, die Leistungen einer Institution zu bewerten und sie in die Pflicht zu nehmen, sagte er.

(Reuters)