Bei Amrize richtet sich der Blick nach der Abspaltung von Holcim auf die operative Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche. Diese dürfte im zweiten Quartal 2026 unterschiedlich verlaufen sein. Der Bericht folgt am Donnerstag nach Börsenschluss.

Gemäss dem von AWP erhobenen Analystenkonsens dürfte sich der Konzernumsatz auf 3,376 Milliarden US-Dollar verbessert haben, nach 3,22 Milliarden Dollar im zweiten Quartal 2025. Der Geschäftsbereich Building Materials wird laut den Prognosen 2,419 Milliarden Dollar umgesetzt haben (Vergleichsperiode: 2,25 Milliarden Dollar). Derweil dürfte die Building-Envelope-Sparte auf 956 von 970 Millionen Dollar geschrumpft sein.

Das bereinigte EBITDA wird mit 1,004 Milliarden Dollar veranschlagt (Vorjahresperiode: 947 Millionen Dollar). Die entsprechende Marge sollte sich auf 30,0 von 29,4 Prozent verbessert haben. Der operative Gewinn (EBITDA) der Sparte Building Materials wird auf 824 Millionen Dollar geschätzt, nach 758 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2025. Gegenläufig dürfte sich die Building-Envelope-Sparte entwickelt haben: Der operative Gewinn (EBITDA) wird bei 226 Millionen Dollar gesehen (zweites Quartal 2025: 261 Millionen Dollar). 

Wie gut erholt sich die Sparte Building Envelope?

Amrize ist im ersten Quartal insgesamt gewachsen, weil die grössere Sparte Building Materials klar zugelegt hat. Die kleinere Sparte Building Envelope, welche auf Dachmaterialien spezialisiert ist, schrumpfte hingegen deutlich. Dies vor allem wegen des verhaltenen Wohnungsneubaus in den USA. In Marktkreisen geht man davon aus, dass sich Building Envelope im zweiten Quartal besser geschlagen hat als im ersten, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal aber immer noch tiefer ausfallen wird.

Positiv dürften sich die im April umgesetzten Preiserhöhungen auswirken, welche die Teuerung aufgrund der Treibstoffzuschläge aufgefangen haben sollten.

Was sind die Erwartungen von Amrize im Gesamtjahr?

Das Management hat zuletzt im April die Prognosen vom Februar bestätigt. Demnach soll der Umsatz um 4 bis 6 Prozent ansteigen auf 12,29 bis 12,52 Milliarden US-Dollar. Der um Sonderkosten bereinigte operative Gewinn (EBITDA) soll gar um 8 bis 11 Prozent auf 3,25 bis 3,34 Milliarden zulegen.

Die Jahresprognose wird bestätigt: Demnach erwartet das Management für das Gesamtjahr 2026 weiterhin einen Umsatz von 12,29 bis 12,52 Milliarden Dollar und ein adjustiertes EBITDA von 3,25 bis 3,34 Milliarden Dollar.

Wo steht die Aktie?

Die Amrize-Aktien kommen seit der Abspaltung von Holcim Ende Juni 2025 nicht vom Fleck. Die vergangenen drei Handelswochen waren ein Auf und Ab, per Saldo bewegte sich der Titel jedoch seitwärts. Mit aktuell gut 40 Franken liegt er deutlich unter dem Allzeithoch vom Februar bei 51,34 und nur unwesentlich über dem Stand nach dem ersten Handelstag vor gut einem Jahr bei 39,31 Franken. Mit einem Minus von rund 6 Prozent im bisherigen Jahresverlauf gehören die Titel von Amrize zu den schwächsten Blue Chips. Der SMI hat im selben Zeitraum um etwa 8 Prozent zugelegt.

Derweil liegt das durchschnittliche Kursziel laut AWP-Analyser bei 47,76 Franken. Sechs Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Sechs sind für «Halten». Verkaufsempfehlungen gibt es keine.

(AWP/cash)