Zehn Charts, die Angst machen

Es ist Freitag, der 13. Für abergläubische Personen ein schrecklicher Tag. Doch wirkliche Angst sollten Anleger vor diesen zehn Charts haben.
13.03.2015 01:05
Von Ivo Ruch
Freitag, der 13.: Das bringt die Anleger zum Gruseln.
Freitag, der 13.: Das bringt die Anleger zum Gruseln.
Bild: iNg

1. Selten gesehene Aktienrally

Der breit gefasste US-Aktienindex S&P 500 notierte erst kürzlich ein neues Allzeithoch (siehe Chart). Genauso wie sein berühmter Kollege Dow Jones. Die weltweite Aktienrally dauert nun schon sechs Jahre. Kein Wunder wird vielerorts von einer Blase gesprochen. Neuerdings empfehlen mehrere Aktienprofis die Umschichtung von amerikanischen in europäische Titel. Doch auch der deutsche Dax steht so hoch wie noch nie in seiner Geschichte. Je höher der Aufstieg desto tiefer der Fall? Es bleibt spannend.

Quelle: www.cash.ch, Stand 12. März 2015

2. Aufgeblähte Fed-Bilanz

Die aufgeblähte Bilanz der amerikanischen Notenbank steht stellvertretend für die Ära des billigen Geldes. Seit dem Ausbruch der Finanz- und Schuldenkrise pumpen Zentralbanker rund um die Welt Abermilliarden ins Finanzsystem um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Am besten geklappt hat das bisher in den USA, während Europas Wirtschaft weiterhin am Boden liegt. Die anschwellende Geldflut lässt Anleger mit langfristigem Horizont zittern.

3. Amerikas Verschuldung

Die ausstehenden Kredite amerikanischer Studenten haben im letzten Jahr die Marke von einer Billion Dollar überschritten. Mehr Studenten sind eigentlich ein positives Zeichen. Aber Ökonomen sehen darin auch ein Anzeichen für die allgemeine Zunahme der Verschuldung amerikanischer Haushalte – ein wichtiger Auslöser für die Finanzkrise.

Quelle: qz.com

4. Alternde Gesellschaft

Der demografische Wandel hin zu einer immer älteren Bevölkerung ist in der Schweiz – aber nicht nur hier – einer der grössten gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Im laufenden Jahr werden hierzulande erstmals mehr Menschen den 65. als den 20. Geburtstag feiern. Und bis 2060 wird der Anteil der Personen im erwerbstätigen Alter an der Gesamtbevölkerung von 62 auf 53 Prozent sinken. Wie lange müssen wir künftig arbeiten und wie sicher sind unsere Renten? Fragen, auf welche die Politik bisher keine Antworten kennt.

5. Die tickende Zeitbombe

Seit Jahren schon wird in der Schweiz vom Immobiliensektor als tickender Zeitbombe gesprochen. Die Preisanstiege in gewissen Regionen sind tatsächlich beeindruckend (im Chart: die Preisentwicklung von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern in der Schweiz 1982 bis heute). Neuste Zahlen deuten zwar eine leichte Beruhigung an. Doch die Entscheide der Nationalbank und die unterschiedliche Politik der Kreditinstitute betreffend Immobilienfinanzierung zeigen noch keine spürbare Wirkung. Das Bibbern vor einer Blase mit anschliessendem Platzen bleibt.

Quelle: www.iazicifi.ch

6. Verschuldung zum Nulltarif

Die 10-jährigen schweizerischen Bundesobligationen sind bei Investoren beliebt. Das zeigt der Verlauf ihrer Renditen. Im Januar des laufenden Jahres sind sie erstmals in den negativen Bereich gefallen. Grund für diese Beliebtheit ist das weltweite Tiefzinsumfeld und die Stärke des Schweizer Frankens. Der Vorteil: Die Schweiz kann sich zum Nulltarif verschulden. Der Nachteil: Risikoarme Anlagen werfen kaum noch Zins ab. Pensionskassen oder Privatanleger werden somit in Anlageklassen mit hohem Risikofaktor und grosser Absturzgefahr getrieben.

Quelle: www.snb.ch

7. Rekordtiefe Zinsen

Die Sparer bibbern: Der Zinsverfall auf Schweizer Sparkonten akzentuiert sich weiter, die Inhaber werden zusehends geschröpft (im Chart: Zinsentwicklung Sparkonten). Denn berücksichtigt man die Kosten für die Kontoführung, müssen viele Sparer bereits Geld bezahlen, um ihr Vermögen zu parkieren (Hier können Sie die Kontoanbieter vergleichen). Analog nimmt der Besitz von Bargeld in der Schweiz zu. Ab damit unter die Matratze.

Quelle: www.vermoegens-partner.ch

8. Jubel an der Zapfsäule

Billiges Öl ist doch super, jubeln Konsumenten an der Zapfsäule. Viele Experten sehen darin sogar den Treiber eines globalen Konjunkturprogramms. Nur: Nicht alle profitieren von tieferen Erdölpreisen. Länder wie Russland, die Golf-Staaten oder auch Norwegen beziehen einen Grossteil ihrer Einnahmen aus dem Ölexport. Und die Frage bleibt: Gelingt mit derart tiefen Energiepreisen die vielerorts angestrebte Energiewende?

Quelle: www.cash.ch, Stand 13. März 2015

9. Drohende Depression

Die Euro-Zone rutschte jüngst in ein deflationäres Umfeld. Im Februar sind die Konsumentenpreise um 0,3 Prozent gefallen (siehe Chart). Als Grund wird gemeinhin der starke Verfall der Energiepreise angegeben. Die Deflation dürfte die Europäische Zentralbank in ihrer Vorgehensweise bestärken, Wachstum und Inflation mit einer gewaltigen Geldschwemme anzuschieben. Gelingt das nicht, droht der Euro-Zone eine wirtschaftliche Depression.

Quelle: de.statista.com

10. Generation hoffnungslos

Und wenn wir schon bei Depressionen sind: In vielen südeuropäischen Ländern ist die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen im Zuge der Krise in schwindelerregende Höhen gestiegen. Die Jugendlichen tragen auf ihren Schultern die Folgen des jahrelangen Missmanagemets ihrer Regierungen und der knallharten Sparprogramme. Es wächst eine Generation der Hoffnungslosigkeit heran.

Quelle: qz.com, Daten: Eurostat