Zehn Finanz-Tipps fürs Leben

Augen auf bei der finanziellen Planung des eigenen Lebens. Ein paar wenige Ratschläge können viel bewirken - oder zumindest das Schlimmste verhindern.
28.04.2015 00:15
Von Ivo Ruch
Beim Umgang mit dem eigenen Geld gilt es, genau hinzuschauen.
Beim Umgang mit dem eigenen Geld gilt es, genau hinzuschauen.
Bild: Pixabay

1. Vergleichen, vergleichen, vergleichen

Auf ein paar Promille kommt es nicht an. Könnte man meinen. Doch gerade bei einem langfristigen Investment-Horizont können sich kleine Beträge zu einer grossen Summe addieren. Online-Vergleichsdienste machen es leicht, verschiedene Produkte einander gegenüberzustellen, zum Beispiel Spar-, Privat- oder Säule-3a-Konten. Auch der Aktienhandel kann ins Geld gehen. Gerade bei kleineren Beträgen können Transaktionskosten die Renditen wieder zunichtemachen (hier können Sie die Courtagen vergleichen). Tun Sie das und sparen Sie Geld.

2. Nicht alles auf eine Karte setzen

Wer sein ganzes Geld auf riskante Anlagen (Aktien, Hedgefonds, Derivate etc.) setzt, kann böse auf die Nase fallen. Denn hinter jeder noch so fetten Rendite steckt ein erhöhtes Risiko. Diversifizierung ist das Zauberwort. Ein ausgewogenes Fonds-Portfolio der Raiffeisen Bank enthält beispielsweise 40 Prozent Obligationen, 40 Prozent Aktien, 15 Prozent alternative Anlagen und 5 Prozent Cash.

3. Bescheiden leben, sparen und keine Schulden machen

Es gibt Leute, die alleine durch Ihre Geburt einen Sechser im Lotto landen, respektive in sehr vermögenden Verhältnissen aufwachsen können. Wenn Sie nicht dazu gehören, müssen Sie hart für Ihr Geld arbeiten und sparen – auch in mageren Jahren. Wer vor dem regulären Pensionsalter den Lebensabend geniessen will, muss sich noch stärker einschränken. Vermeiden Sie wennmöglich das Schuldenmachen. Vor allem wenn es darum geht, sich Investments an der Börse zu finanzieren. Und noch etwas geht gern vergessen: Je mehr Sie verdienen, desto mehr müssen Sie auf die Seite legen.

4. Frühzeitig planen

So wie wir beim Reisen einer Landkarte vertrauen, sollten wir auch bei der Finanzplanung eine Ahnung haben, wo die Reise hingeht. Konkret: Man rechnet sich ein realistisches Budget aus und setzt sich Sparziele mit langfristigem Zeithorizont. Dasselbe gilt für Investitionen: früh anfangen lohnt sich. Mit einem vernünftigen Konzept kann aber auch mit geringen Beträgen über viele Jahre eine ansehnliche Rendite erzielt werden. Für junge Leute mit wenig Geld eignen sich Fondskonten oder Säule-3a-Fonds (mehr dazu hier). Ein Beispiel: Wer ab dem 25. Lebensjahr pro Monat 100 Franken auf ein Säule-3a-Konto einbezahlt, das bis zur Pensionierung mit durchschnittlich mit 3 Prozent verzinst wird, erhält mit 65 Jahren rund 92'000 Franken.

5. Disziplin in der Umsetzung

Eine gute Planung nützt aber nichts ohne konsequente Umsetzung. Deshalb ist es wichtig, die gefassten Vorsätze hartnäckig zu verfolgen und den eigenen Erfolg zu messen. Wer dafür zu wenig Disziplin aufbringt, dem bieten Banken Sparpläne oder Fondssparpläne an (per Dauerauftrag). Einige Banken bieten neuerdings auch das Rundungssparen an: Bei jedem Einkauf per Karte wird ein bestimmter Betrag automatisch aufgerundet und dem Sparkonto gutgeschrieben. Eine Alternative dazu sind Einzahlungen in die steuergünstige Säule 3a.

6. Mehrere Meinungen einholen

Gerade in jungen Jahren fehlt das Geld für eine professionelle Geldberatung. Möglichkeiten, sich selber zu informieren, gibt es allerdings viele. Das Marktgeschehen lässt sich aber schnell und effizient auf professionellen Online-Finanz-Portalen verfolgen, genauso die Irrtümer, die der Finanzindustrie oder den Analysten manchmal unterlaufen. So baut man Erfahrung auf.

7. Nur kaufen, was man versteht

Gerade bei Investments an den Finanzmärkten kann es verheerend sein, wenn Anleger die Katze im Sack kaufen. Ein gutes Beispiel dafür sind Strukturierte Produkte. Viele Investoren setzten vor der Finanzkrise auf diese Anlageklasse, ohne dass sie sich den Risiken bewusst waren. Dasselbe galt für die verbrieften US-Hypothekenkredite von einkommensschwachen Schuldnern oder etwa die Lehman-Produkte, welche die Credit Suisse und andere Banken ihren Kunden verkauften.

8. Sitzleder beweisen

Zugegeben, es braucht manchmal Nerven, um die Volatilität an den Aktienmärkten auszusitzen. Doch wenn man von seiner Strategie überzeugt ist, sollte man auch in schlechten Zeiten daran festhalten. Investorenlegende Warren Buffett etwa hält sich in unruhigen Zeiten an seine Strategie und läuft keiner Investmentmode hinterher. Sein Credo: "Kaufe nie eine Aktie, wenn du nicht damit leben kannst, dass sich der Kurs halbiert."

9. Auf Dividendenaristokraten setzen

Ein möglicher Ansatz, um sich langfristig erfolgreiche Aktien zu sichern, ist die Orientierung an sogenannten Dividendenaristokraten. Darunter versteht man Titel, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte stets eine Ausschüttung gezahlt und diese auch regelmässig angehoben haben. International sind das Unternehmen wie Coca-Cola, Hermes International oder GDF Suez. In der Schweiz bieten sich Roche, Nestlé oder Swisscom an.

10. Richtig versichern

Falsch versichert sein kann teuer werden. Und zwar auf doppelte Weise. Einerseits kosten unnötige Policen überflüssiges Geld. Auf der anderen Seite können Mängel im Versicherungsschutz fast den Ruin bedeuten. Sinnvoll sind bestimmt Haftpflicht- und Hausratversicherungen – und eine Unfallversicherung. Wer aber pro Woche mehr als acht Stunden für denselben Arbeitgeber tätig ist, braucht keinen Unfallzusatz in der Krankenkasse. Auch eine Lebensversicherung ist nur in speziellen Situationen zu empfehlen (mehr dazu hier). Vorsicht ist vor allem bei fondsgebundenen Lebensversicherungen geboten.
 

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