Zwei neue Kaufempfehlungen - Wird bei ABB nun endlich alles besser?

Der Aktienkurs von ABB ist in den letzten Wochen stark gestiegen. Dennoch empfehlen gleich zwei Banken die Aktie neuerdings zum Kauf. Sie erwarten, dass der zukünftige Firmenchef Björn Rosenberg das Ruder herumreisst.
10.12.2019 07:57
Von Lorenz Burkhalter
Die ABB-Zentrale in Mannheim, der Hauptsitz von ABB Deutschland.
Die ABB-Zentrale in Mannheim, der Hauptsitz von ABB Deutschland.
Bild: ABB

Die Aktionäre des schweizerisch-schwedischen Industriekonzerns ABB gelten nicht gerade als erfolgsverwöhnt. Selbst die Dividendenzahlungen aufgerechnet, erwiesen sich die vergangenen 12 Jahre aus ihrer Sicht als ein Nullsummenspiel. Das überrascht, mischt das Unternehmen doch in zukunftsträchtigen Geschäftszweigen wie etwa der Energieeffizienz mit.

Am frühen Dienstagmorgen treffen nun aber gleich zwei Kaufempfehlungen für die ABB-Aktie ein. Die britische Barclays nimmt die Wiederabdeckung mit einer "Overweight" lautenden Kaufempfehlung und einem Kursziel von 26 Franken auf und die UBS erhöht ihr Anlageurteil von "Neutral" auf "Buy".

Abspaltung des Stromnetzgeschäfts müsste helfen

Die grösste Schweizer Bank streicht ihre Gewinnerwartungen für den Industriekonzern zwar um bis zu 17 Prozent zusammen. Doch auch sie errechnet neuerdings ein 12-Monats-Kursziel von 26 (zuvor 20,50) Franken.

Wie die UBS schreibt, vereint ABB die seltene Kombination von fundamental betrachtet besseren Aussichten in den Absatzmärkten und Restrukturierungspotenzial. Mit der Abspaltung des Stromnetzgeschäfts an die japanische Hitachi könnte das schweizerisch-schwedische Unternehmen einen Bremsklotz loswerden. Ohne diese Division wäre ABB in all den Jahren sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn um jährlich 2 Prozent stärker gewachsen, so die UBS.

Auch bei Barclays sieht man in der Abspaltung des Stromnetzgeschäfts einen möglichen Kurstreiber für die Aktie. Weniger weil sich damit das Wachstumsprofil des Industriekonzerns verbessert, sondern weil der auf 7,6 bis 7,8 Milliarden Dollar geschätzte Verkaufserlös in ein Aktienrückkaufprogramm fliessen soll.

Die Hoffnungen drehen sich aber vorwiegend um den neuen Firmenchef

Zumindest in einem Punkt sind sich die beiden Banken allerdings einig: Unter dem zukünftigen Firmenchef Björn Rosengren soll alles besser werden. Rosengren stösst am 1. Februar 2020 von seinem langjährigen Arbeitgeber Sandvik zu ABB.

Die UBS verspricht sich, dass der zukünftige Firmenchef sowohl bei den internen als auch bei den externen Anspruchsgruppen seines neuen Arbeitgebers einen Kulturwandel einleiten kann. Darüber hinaus erwartet die Grossbank eine Vereinfachung der Organisationsstruktur, eine Verbesserung der internen Informationssysteme sowie Fortschritte bei der Digitalisierung. Dabei verweist die UBS auf den beeindruckenden Leistungsausweis Rosenbergs bei seinen früheren Arbeitgebern Sandvik und Wärtsilä.

Barclays erhofft sich unter Rosenberg hingegen eine schlankere Organisationsstruktur sowie eine Beschleunigung des bereits eingeleiteten Sparprogramms. Ausserdem hofft man auf weitere Veränderungen beim Beteiligungsportfolio (cash berichtete).

Nicht nur von den beiden Banken, auch von der Börse erhielt der zukünftige Firmenchef bereits einiges an Vorschusslorbeeren. Alleine in den vergangenen zwei Monaten konnte die ABB-Aktie um gut 25 Prozent zulegen. Mit einem Kursplus von 20 Prozent hinkt sie dem Swiss Market Index (SMI) seit Jahresbeginn aber noch immer hinterher. Rosengren trete bei ABB denn auch kein einfaches Erbe an. Auf ihn warte eine ganze Menge Arbeit, so verlautet aus dem hiesigen Berufshandel.

 

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