War es das schon für die Künstliche Intelligenz? Bereits Ende vergangener Woche hatten unerwartet moderate Wachstumsperspektiven bei Intel den KI-Sektor getroffen. Der Chiphersteller sieht die Nachfrage nach PCs wegen hoher Chip-Preise und infolge dessen geringerer Verkaufszahlen gedämpft.
Obendrein lagen auch noch die Prognosen bei Umsatz und Gewinn für das laufende Quartal unter der Schätzung der Analysten. Hatten diese im aktuellen Dreimonatszeitraum bisher einen Umsatz und Gewinn bei Intel von 17 Milliarden Dollar und 0,43 Dollar je Aktie vorausgesagt, so sollen es nun nur Erlöse zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar geben und einen Gewinn von 0,25 Dollar je Anteil.
Versetzte diese Meldung der Aktie von Intel schon einen schweren Schlag – der Kurs rutschte in wenigen Tagen um 30 Prozent nach unten –, so gab es gestern Mittwoch den nächsten Dämpfer. Bei den Zwischenwahlen in den USA konnte die Partei der Demokraten in beiden Häusern, im Senat und im Repräsentantenhaus, die Mehrheit übernehmen.
Das ist zwar keine völlig neue Entwicklung – in den letzten 40 Jahren, also bei den letzten zehn Midterm-Wahlen ist das nun bereits viermal und damit fast bei jeder zweiten Wahl passiert. Aber die Angst geht um, dass die Demokraten KI nun möglicherweise stärker regulieren wollen.
Ob das so kommen wird? Intel auf jeden Fall als wichtiger Zulieferer der KI-Industrie hat am Mittwoch erneut rund vier Prozent an Börsenwert verloren und notiert auf dem tiefsten Stand seit April. Vor sechs Monaten war die jüngste fulminante Kursrallye bei Intel losgegangen, und die Aktie hatte sich in wenigen Wochen verdoppelt.
Aber egal ob hohe Preise für Chips und geringere Nachfrage nach PCs oder ein Wahlsieg der Demokraten bei den Midterms – KI wird wohl nicht untergehen. Auch die Demokraten in den USA sind wirtschaftsfreundlich, und die USA stehen im internationalen Wettbewerb. China ist der grosse Konkurrent. Und China wird KI eher nicht regulieren und ausbremsen. China will den zusehends kleineren Vorsprung der USA bei KI aufholen und noch übertreffen.
Dazu kommt: Was jetzt langsam beginnt – Ersatz von Arbeitskräften durch KI – wird sich immer mehr ausbreiten. Immer mehr Unternehmen werden Mitarbeiter abbauen, um viel günstiger mittels KI zu produzieren oder ihre Verwaltung zu betreiben. Das spart immense Kosten und im internationalen Wettbewerb insbesondere mit Erzfeind China wird das früher oder später zur Notwendigkeit.
Es kommt noch mehr: Sogar Staaten kommen inzwischen auf die Idee, dass KI die Verwaltung viel billiger – und vermutlich auch effizienter oder besser – machen kann als teure Staatsbedienstete. Die Niederlande sind Vorreiter. Ende Oktober hat die Regierung des Landes angekündigt, bis 2035 im öffentlichen Sektor 25'000 Stellen abzubauen und durch KI auszutauschen.
Angesichts leerer Kassen ist es nur eine Frage weniger Jahre, vielleicht sogar nur von Quartalen, bis auch in den USA Politiker enormes Sparpotential erkennen. Bei rund 25 Millionen Staatsbediensteten auf Bundesebene und bei den Bundesstaaten verspricht schon der Abbau von fünf Millionen Stellen bei Behörden jährlich Einsparpotential von etwa 500 Milliarden Dollar.
Vor diesem Umfeld werden sich schon bald die aktuell negativen Gedanken rund um KI in Luft auflösen. Die reine Notwendigkeit des Einsparens wird hohe Nachfrage mit sich bringen. Intel wird profitieren. Wenn, wie schon mehrmals in den letzten wenigen Jahren sich diese KI-kritische Spekulationswelle auflöst, werden die aktuellen Kursverluste bei Intel und Co. zu Kursgewinnen führen.
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Vermutlich wird das bereits bald passieren. Intel notiert jetzt im Bereich der starken Unterstützung um 60 Dollar. Risikofreudige Anleger setzen mit einem Call darauf, dass die Aktie von dort in nächster Zeit - vielleicht schon zu Thanksgiving mit Black Friday - wieder nach oben durchstartet. Kursgewinne zumindest von 15 Prozent in den Bereich um 70 Dollar sind schon in diesem Jahr wieder drin.
Ein Call mit 5er-Hebel (ISIN: CH1548153597) würde bei einem Kursanstieg von Intel um 15 Prozent 75 Prozent zulegen. Ein Zertifikat mit 7er-Hebel (ISIN: CH1547186358) könnte sich verdoppeln. Ein Call mit 8er-Hebel (ISIN: CH1623332181) verspricht Steigerungen von 120 Prozent.
| Produkt | Emittent | Basiswert(e) | Typ | Whg. | Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| CH1548153597 BAER Dynamic Mini Future (Stop Loss 48.32) |
Bank Julius Bär | Intel Corp. | Long | CHF | Gering |
| CH1547186358 UBS Long Mini-Future (Stop Loss 53.07) |
UBS | Intel Corp. | Long | CHF | Mittel |
| CH1623332181 VT Long Mini-Future (Stop Loss 53.85) |
Bank Vontobel | Intel Corp. | Long | CHF | Hoch |
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