1969 beschloss Kühne+Nagel-Chef Klaus-Michael Kühne zusammen mit seinem Vater Alfred Kühne die Verlegung des Firmensitzes des Unternehmens aus Deutschland in die Schweiz nach Pfäffikon. 1992 erfolgte dann der Umzug der Firmenzentrale nach Schindellegi. Grund für den Wegzug aus Deutschland: 1969 wurde SPD-Mann Willy Brand deutscher Bundeskanzler und die Kühnes befürchteten unter der sozialliberalen Koalition eine Ausweitung des Einflusses der Gewerkschaften in Unternehmen. Zudem bot die Schweiz nach Ansicht des Unternehmers mehr Freiheiten und hatte obendrein deutlich günstigere Steuertarife.
Während Kühne+Nagel in Deutschland etwa 55 Prozent Steuern bezahlen musste, war es in Pfäffikon wegen der Holdingstruktur ein Steuersatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Nicht nur durch unternehmerisches Geschick, sondern auch durch die steuerlichen Vorteile wurde Klaus-Michael Kühne so zum Multimilliardär, aber auch Mäzen. Mit Hunderten von Millionen Euro hat er etwa den Fussballverein Hamburger SV und oder die Elb-Philharmonie in Hamburg gefördert. Der Unternehmer zählte seit vielen Jahren in Vermögensstatistiken regelmässig zu den zehn reichsten Einwohnern der Schweiz und war zeitweise bereits der reichste Deutsche.
Klaus-Michael Kühne ist jetzt mit 89 Jahren gestorben. Da seinem Firmenimperium – neben Kühne+Nagel zählen dazu auch grosse Anteile an Deutsche Lufthansa, Brenntag oder Happag Lloyd – schon vor Jahren Kontinuität und Stabilität testamentarisch verordnet hat, hatte der Tod des Hauptaktionärs keine kursmässigen Auswirkungen auf die Aktie von Kühne+Nagel.
Der Kurs des SMI-Mitglieds ist vielmehr seit sechs Monaten im Aufwärtstrend, auch wenn er immer wieder schwankt. Im Februar hatte ich die Aktie an dieser Stelle besprochen und seither bringt Kühne+Nagel inklusive Dividende ein Plus von rund 35 Prozent. Ein Call (ISIN: CH1520605648), den ich damals ebenfalls zum Kauf empfohlen hatte, hat sich inzwischen sogar verdreifacht. Die Kurssteigerungen sind damit wahrscheinlich aber nicht zu Ende.
Insbesondere wegen des starken Wachstums in der Luftfracht – in der Sparte gab es ein Plus von 20 Prozent – konnte der Logistik-Riese den Umsatz im zweiten Quartal unerwartet stark um acht Prozent auf 6,6 Milliarden Franken ausbauen. Bereinigt um negative Währungseffekte kletterten die Erlöse sogar um elf Prozent. Im Gleichschritt dazu ging der Periodengewinn nach oben.
Wegen des zügigen Wachstums und der guten Perspektiven im wachstumsstarken Segment der Luftfracht – dort verfügt Kühne+Nagel im Bereich Logistik für Hardware für Cloud und Rechenzenten über eine starke Marktstellung – wurde die Gewinnprognose für 2026 beim SMI-Mitglied mit Vorlage der Halbjahreszahlen Ende Juli um zehn Prozent erhöht.
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Im Umfeld der guten Geschäftsentwicklung und Anhebung der Prognose hat die Aktie den Widerstand bei 220 Franken erreicht. Wenn Kühne+Nagel diese Hürde überquert, so rückt die 250-Franken-Marke in greifbare Nähe. Ein Call mit 4er-Hebel (ISIN: CH1554891866) verspricht bei entsprechenden Kurssteigerungen beim SMI-Mitglied von rund zehn Prozent ein Plus von 40 Prozent. Ein Zertifikat mit 7er-Hebel (ISIN: CH1579866471) würde rund 70 Prozent hochgehen. Ein Gewinn sogar von 80 Prozent wäre mit einem Call mit 8er-Hebel (ISIN: CH1550954338) drin.
| Produkt | Emittent | Basiswert(e) | Typ | Whg. | Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| CH1554891866 UBS Long Mini-Future (Stop Loss 166.73) |
UBS | Kühne & Nagel Intl. AG | Long | CHF | Gering |
| CH1579866471 LEON Long Mini-Future (Stop Loss 196.09) |
Leonteq Securities | Kühne & Nagel Intl. AG | Long | CHF | Mittel |
| CH1550954338 VT Call-Warrant (Stop Loss ) |
Bank Vontobel | Kühne & Nagel Intl. AG | Call | CHF | Hoch |
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