Rubio hatte zuvor seinen chinesischen Amtskollegen Wang Yi getroffen. Beide Seiten sprachen ihm zufolge unter anderem über den von den USA vorgeschlagenen Handelsrat (Board of Trade) sowie den Rat für Investitionen (Board of Investment). «Wir arbeiten daran, dies umzusetzen», sagte Rubio vor Reportern. Er glaube, dass es dabei noch vor dem geplanten USA-Besuch von Xi Jinping im September «konkrete Ergebnisse» geben könnte, fuhr er fort.

China fordert Respekt

Das Treffen in Manila fällt in eine Zeit neuer Spannungen zwischen Peking und Washington sowie US-Verbündeten. Wang sprach laut Angaben aus Peking von einem «grossen Jahr der chinesisch-amerikanischen Beziehungen». Beide Seiten müssten die Übereinkünfte ihrer beiden Staatschefs umsetzen, sagte Wang nach Angaben des Aussenministeriums. Wang reagierte demnach zudem auf «eine Reihe negativer Äusserungen und Handlungen der USA in jüngster Zeit» und forderte die USA auf, die Kerninteressen Chinas zu respektieren.

Erst vergangene Woche hatte Trump China einen Einmischungsversuch bei den Präsidentschaftswahlen 2020 vorgeworfen, die er gegen seinen demokratischen Vorgänger Joe Biden verloren hatte. China bestritt jegliche Einmischung. Chinas seltener Test einer Interkontinentalrakete Anfang Juli liess im Indopazifik zusätzlich Sorgen vor weiteren Spannungen aufkommen.

Konfrontation im Südchinesischen Meer

An einem Riff im Südchinesischen Meer, um das sich China und die mit den USA verbündeten Philippinen schon lange streiten, gerieten Anfang dieser Woche Seeleute beider Seiten aneinander. Chinas Küstenwache hatte sich einem dort seit Jahrzehnten auf Grund gelaufenen Kriegsschiff der Philippinen mit einem Schlauchboot genähert und nach philippinischen Angaben einen Soldaten am Kopf verletzt.

Beide Seiten warfen sich anschliessend unrechtmässiges Verhalten vor. Im Treffen mit seiner philippinischen Amtskollegin Theresa Lazaro protestierte Wang laut chinesischen Angaben gegen das Verhalten der Philippiner an dem Riff und bezeichnete das Land als «Störquelle» in der Region. Ohne Namen eines Landes zu nennen, kritisierte Wang, wer versuche mit Hilfe von Staaten ausserhalb der Region Provokationen zu schüren, werde die «bitteren Folgen» seines Handelns tragen.

Rubio: USA wollen Verpflichtungen einhalten

Rubio sprach von einer Art Eskalation, die die USA für «negativ» halten. Als Vertragspartner wolle Washington seinen Verpflichtungen gegenüber den Philippinen nachkommen, sagte er.

China reklamiert fast das gesamte Südchinesische Meer für sich. Allerdings erheben auch Vietnam, die Philippinen, Taiwan, Malaysia und andere Länder in dem rohstoffreichen Gebiet Ansprüche und verweisen auf die Entscheidung eines UN-Schiedsgerichts von 2016, die China ignoriert. Verhandlungen über einen verbindlichen Verhaltenskodex der Asean-Staaten im Südchinesischen Meer stecken seit Jahren fest./jon/DP/jha

(AWP)