Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach auf dem Portal X lediglich von einem «starken Vorschlag» der USA. Wenn es ein erster Schritt zur Deeskalation sei, dass beide Seiten Angriffe auf kritische Infrastruktur unterlassen, sei die Ukraine dazu bereit. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.

Die Ukraine attackierte in der Nacht zudem in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Rostow, Juri Sljussar, wurden keine Opfer gemeldet. Ferner seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebäude sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt worden.

Ukraine: Reaktionen auf russische Angriffe

Selenskyj bestätigte Angriffe im russischen Hinterland. Russland stoppe seine Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor, Logistik und kritische Infrastruktur nicht. Kiews Reaktionen darauf seien spürbar, schrieb er in sozialen Medien. Selenskyj sprach unter anderem von ukrainischen Treffern auf die Ölraffinerie Sysran in der Region Samara. In Taganrog sei ein Drohnenhersteller getroffen worden.

Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdöl-Industrie und sorgte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt in Russland. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier.

Auch russische Angriffe auf die Ukraine

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, meldete in der Nacht auf der Plattform Telegram russische Drohnenangriffe auf die Stadt. Dabei sei eine Tankstelle getroffen worden, später sprach er von einem Angriff auf eine weitere Tankstelle. Einer der Verletzten sei im Krankenhaus gestorben, teilte Klitschko mit. Zuvor hatte er von sieben Verletzten in Kiew gesprochen.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine grossangelegte russische Invasion. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt sie immer wieder auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier./hme/DP/jha

(AWP)