455.000 betroffene Anleger
Zum Börsenskandal Mitte September kam es mutmasslich, weil Investmentfonds Aktienkurse manipuliert haben sollen. Die türkische Finanzaufsichtsbehörde ordnete daraufhin die Liquidation von 131 Fonds an, rund 455.000 Anleger sind betroffen. Es folgten Ermittlungen, zahlreiche Festnahmen und Entlassungen bei der Finanzaufsicht und im Finanzministerium. Ein Ende Oktober verabschiedetes Gesetz soll die Abwicklung der betroffenen Fonds und schrittweise Rückzahlungen an die Anleger regeln, eine vollständige Erstattung ist bislang nicht garantiert.
«Vertrauen der Anleger grundlegend erschüttert»
Im Zentrum steht inzwischen auch die Frage, wie solche Geschäfte über längere Zeit möglich waren und ob die zuständigen Kontrollinstanzen ausreichend eingegriffen haben. Gegenüber der regierungsnahen Plattform TGRT sagte Wirtschaftskommentator Necmettin Bat?rel, Untersuchungen gegen den obersten Manager des Marktes würden das Vertrauen der Anleger grundlegend erschüttern. Derart schwerwiegende Vorwürfe gegen die Börsenleitung könnten zu einem Abzug ausländischen Kapitals führen.
Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte von einem Problem in begrenzten Bereich der Kapitalmärkte gesprochen. Es bestehe weder ein Risiko für das türkische Finanzsystem noch für die türkische Wirtschaft./shu/DP/nas
(AWP)
