Laut dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten die Behörden unter dem neuen Vorschlag bei der Bewertung der Auslandstöchter der UBS deutlich konservativer vorgehen, wenn es um die Bestimmung des benötigten Eigenkapitals geht. Der unter der jetzigen Lösung auf rund 16 Milliarden geschätzte zusätzliche Eigenmittelbedarf für die UBS dürfte so verringert werden.
Die UBS-Titel ziehen am Mittwoch an einem insgesamt freundlichen Marktumfeld um 4 Prozent an. Sie sind damit klar der stärkste SMI-Wert.
Anhaltendes Tauziehen
Im Tauziehen um die künftigen Eigenmittelvorschriften für die UBS unter der Schweizer «Too-Big-To-Fail»-Regulierung hatte der Ständerat im September beschlossen, dass die Bank ihre ausländischen Tochtergesellschaften mit 90 Prozent hartem Kernkapital (CET1) unterlegen muss. Der bundesrätliche Vorschlag hatte eine vollständige Unterlegung vorgesehen. Nun liegt die Vorlage bei der Wirtschaftskommission des Nationalrats, bevor sie in der Grossen Kammer beraten wird.
Die UBS wehrt sich seit langem vehement gegen die vorgesehenen Verschärfungen der Eigenmittelvorschriften. Immer wieder wurde in der Debatte auch ein Wegzug der UBS aus der Schweiz ins Spiel gebracht: Unter anderem wurde ein solcher von mehreren Grossaktionären gefordert.
Erneutes Morgan Stanley-Gerücht
Auch ein Verkauf wird immer wieder diskutiert: Auch aktuell wird an den Märkten wieder ein Szenario einer Übernahme der einzigen Schweizer Grossbank durch Morgan Stanley diskutiert. Auslöser dürfte ein neuer Reuters-Meinungsartikel sein, in dem die US-Bank als «logischer Käufer» genannt und mögliche Szenarien einer Übernahme diskutiert werden.
Die US-Bank ist ebenso wie die UBS auf das Vermögensverwaltungsgeschäft spezialisiert und könnte sich mit der Übernahme vor allem in Europa und Asien deutlich verstärken. Auch personell sind die Institute verflochten: UBS-Präsident Colm Kelleher leitete bekanntlich Morgan Stanley, bevor er zur Schweizer Grossbank wechselte.
tp/rw
(AWP)
