Damit erhält die bereits laufende Debatte über einen möglichen Wegzug der UBS aus der Schweiz neue Nahrung. Die beiden Artisan-Investmentteams Global Value und International Value verwalten für ihre Kunden zusammen mehr als 60 Millionen UBS-Aktien und sind seit 2015 investiert. Das entspricht mehr als 1,8 Prozent des UBS-Aktienkapitals.
Die geplanten Kapitalanforderungen seien «übermässig, strafend und unnötig», schreiben die Fondsmanager. Nach ihren Berechnungen müsste die UBS ihr hartes Kernkapital (CET1) von 56 auf 72 Milliarden US-Dollar erhöhen. Die zusätzlichen 16 Milliarden könnten in einem Land mit weniger strengen Vorschriften dagegen Erträge erwirtschaften. Artisan beziffert den dadurch entgangenen Börsenwert auf 36 Milliarden Dollar oder rund 23 Prozent des aktuellen UBS-Werts.
Der Verwaltungsrat müsse deshalb handeln und sich von einem Land und einem Regulierungssystem trennen, «die ihm keine echte Wahl lassen», heisst es in dem Schreiben.
UBS will aus der Schweiz heraus tätig bleiben
Die UBS nahm den offenen Brief nach dessen Veröffentlichung zur Kenntnis. «Wie wir stets gesagt haben, ist es unser Ziel, weiterhin erfolgreich als globale Bank aus der Schweiz heraus tätig zu sein», erklärte ein Sprecher der Grossbank auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.
Die UBS werde die Interessen ihrer Aktionäre schützen und weiterhin Fakten und Analysen für eine fundierte Entscheidungsfindung zur Verfügung stellen. Sie setze sich für eine Regulierung ein, die «wirklich zielgerichtet, verhältnismässig und international abgestimmt» sei und die Ursachen der Credit-Suisse-Krise adressiere.
Diskussion im Parlament
Hintergrund ist die nach dem Untergang der Credit Suisse angestossene Verschärfung der Schweizer Grossbankenregulierung. Der Bundesrat will, dass die UBS Beteiligungen an ausländischen Töchtern zu 100 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegt. Der Ständerat entschied vergangene Woche für eine etwas weniger strenge Variante von 90 Prozent. Heute liegt die Quote bei 45 Prozent. Die Vorlage geht nun an den Nationalrat.
Die UBS hält die Vorschläge von Bundesrat und Ständerat für zu streng. Ihrer Meinung nach führe die vom Ständerat beschlossene Version zu einer «übermässigen» Verschärfung der Schweizer Eigenkapitalanforderungen, die bereits heute zu den strengsten weltweit zählten. Die Bank schätzt ihren zusätzlichen Kapitalbedarf bei der Ständeratslösung auf rund 16 Milliarden Dollar.
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(AWP)
