FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann schlägt dem Bericht zufolge vor, dass die UBS ihre ausländischen Beteiligungen künftig zu 75 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen müsste. Parteikollege Marcel Dobler kann sich ebenfalls 75 Prozent vorstellen. «Der Ständerat geht mir mit den 90 Prozent Eigenkapitalunterlegung zu weit», sagte er.

Auch die SVP erwägt laut Nationalrat Thomas Matter einen Kompromiss. Matter forderte laut dem Bericht zudem, dass die UBS von der zuständigen Wirtschaftskommission erneut angehört wird.

Der Ständerat hatte am Mittwoch 90 Prozent beschlossen. Der Bundesrat fordert eine vollständige Unterlegung. Heute müssen die Auslandstöchter zu 45 Prozent mit CET1 und zu weiteren 17 Prozent mit AT1-Anleihen unterlegt werden. Als nächstes berät die Wirtschaftskommission des Nationalrats über die Vorlage.

Die UBS hält die Vorschläge von Bundesrat und Ständerat für zu streng. Sie schätzt den zusätzlichen Bedarf an hartem Kernkapital bei der 90-Prozent-Lösung auf rund 16 Milliarden US-Dollar. Die vom Ständerat beschlossene Version führe zu einer «übermässigen» Verschärfung der Schweizer Eigenkapitalanforderungen, die bereits heute zu den strengsten weltweit zählten, kritisierte die UBS nach dem Entscheid.

Erneute Spekulationen über Wegzug oder Fusion

Parallel dazu haben die Spekulationen über einen möglichen Wegzug oder Zusammenschluss der UBS mit einer ausländischen Grossbank neuen Auftrieb erhalten. Es hätten mindestens acht internationale Banken Interesse an Gesprächen über einen möglichen Zusammenschluss signalisiert, berichtete der «SonntagsBlick» unter Berufung auf eine gut informierte Quelle. Genannt werden unter anderem die US-Bank Morgan Stanley, die Deutsche Bank und die britische Standard Chartered. Die UBS wollte die Spekulationen gegenüber der Zeitung nicht kommentieren.

Finanzministerin Karin Keller-Sutter hatte einen Wegzug der UBS am Samstag in einem Interview mit den «CH Media»-Zeitungen als wenig plausibel bezeichnet. Ein solcher Schritt wäre viel teurer und rechtlich sehr komplex. Zudem basiere das Geschäftsmodell der Grossbank auf der Schweiz und der «Swissness». Die geplanten Kapitalvorgaben seien für die UBS verkraftbar. Im Streit mit der Bank kritisierte Keller-Sutter deren kompromisslose Haltung: «Sie ist auf tutti gegangen.»

Auch SNB-Präsident Martin Schlegel bekräftigte am Samstag seine Unterstützung für strengere Kapitalvorschriften. «Aus Sicht der Finanzstabilität ist eine möglichst hohe Unterlegung am besten», sagte er in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Ob am Ende die vom Ständerat beschlossenen 90 Prozent oder die vom Bundesrat verlangten 100 Prozent gelten sollten, müsse allerdings die Politik entscheiden. Zu einem möglichen Wegzug der UBS sagte Schlegel: «Die Schweiz profitiert sicherlich von der UBS. Die UBS profitiert aber auch von der Schweiz.»

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(AWP)