Die hohen «Eher Ja»- und «Eher Nein»-Anteile in der «20 Minuten»/Tamedia-Abstimmungsumfrage zeigen, dass die Meinungsbildung sieben Wochen vor der Abstimmung eher noch am Anfang steht. An der Befragung des Instituts Leewas vom 7. und 8. Oktober nahmen 11'239 Stimmberechtigte aus der ganzen Schweiz teil. Der statistische Fehlerbereich liegt bei plus/minus 1,6 Prozentpunkten.
Im Alter steigt Zustimmung zu Mehrwertsteuererhöhung
Die Finanzierung der 13. AHV-Rente stiess gemäss der Umfrage auf eine deutliche Ablehnung. Demnach waren nur 36 Prozent für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer - 60 Prozent wollen gegen die Vorlage stimmen. Einzig bei der SP überwogen die Ja-Stimmen knapp mit 49 Prozent.
Bei der Gegnerschaft dominierten Bedenken wegen schwindender Kaufkraft. Viele waren zudem überzeugt, dass es noch bessere Finanzierungsmöglichkeiten gäbe, als die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Mit zunehmendem Alter stieg die Zustimmung von 27 Prozent bei den Jüngsten auf 46 Prozent unter den Über-65-Jährigen.
Geschlechtergraben bei Kriegsmaterialgesetz
Beim revidierten Kriegsmaterialgesetz schien der Ausgang offen: 47 Prozent der Befragten stellten sich gegen das Gesetz, 44 Prozent waren dafür, neun Prozent zeigten sich unentschlossen.
In der Umfrage tat sich ein Graben zwischen den Geschlechtern auf: 55 Prozent der Männer befürworteten eine Lockerung der Exportregeln, 57 Prozent der Frauen waren dagegen. Je älter und wohlhabender, desto höher die Zustimmung.
Am linken Rand des politischen Spektrums fand die Vorlage keine Mehrheit (Grüne: 72 Prozent, SP: 66 Prozent dagegen). Die rechte Seite zeigte sich gespalten (SVP: 45 Prozent Ja, 47 Prozent Nein). Zuspruch gab es indessen von der Wählerschaft der GLP, Mitte und FDP.
Ja zur Individualbesteuerung heisst Nein zu Fairness-Initiative
Ebenfalls im Nein liegt die Fairness-Initiative der Mitte zur Ehepaarbesteuerung: 51 Prozent der Befragten lehnen die Vorlage ab, 38 Prozent unterstützen sie. Dafür waren Wählende der Mitte und der SVP, dagegen waren Grüne, SP, GLP und FDP. Bei allen Parteien gab es viele Befragte, die noch keine klare Entscheidung gefällt hatten.
Eine Mehrheit der Gegner begründet die Ablehnung damit, dass das Stimmvolk die Individualbesteuerung erst im März gutgeheissen habe. Auf der anderen Seite überzeugte mitunter das Argument, dass Ehepaare nur eine statt zwei Steuererklärungen ausfüllen müssten.
Tierfreunde sind für Verbot von Feuerwerken
Relativ unbestritten war einzig die Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk». Sie kam auf 68 Prozent Ja- sowie 30 Prozent Nein-Stimmen und fand in sämtlichen Parteilagern eine Mehrheit.
Für die Befürworterinnen und Befürworter standen Erwägungen zum Tierwohl im Vordergrund: Viele waren überzeugt, dass die Knallerei zu Stress, im Extremfall sogar zum Tod der Tiere, führen könne. Die Gegenseite hingegen möchte am traditionellen Feuerwerk bei Festen und Feiertagen festhalten.
mk/
(AWP)
