Nach UN-Angaben trafen Drohnen am Montag mehrere Orte in der Hauptstadt Khartum, darunter ein Gebiet in der Nähe des Flughafens. Die UN-Nothilfebüro OCHA zitierte Berichte, wonach ein Zivilist getötet worden sei. Die sudanesische zivilgesellschaftliche Gruppe Emergency Lawyers sprach von drei getöteten Kindern. Sie gab der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces (RSF) die Schuld an dem Angriff.
Beiden Kriegsparteien werden Angriffe vorgeworfen
Ein weiterer Drohnenangriff am Montag traf einen belebten Markt in Abyei an der Grenze zum Südsudan. Dort sollen UN-Informationen zufolge mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen sein. Örtliche Vertreter sprachen Medienberichten zufolge von mehr als 70 Toten.
Am Wochenende wurden nach UN-Angaben Berichten zufolge bei Drohnenangriffen in den Bundesstaaten West-Darfur, Süd-Darfur und Nord-Kordofan mindestens 19 Menschen getötet, darunter zehn Kinder. Weitere Menschen wurden verletzt. Auch hier nannten örtliche Quellen teils höhere Opferzahlen. Die Informationen liessen sich nicht unabhängig verifizieren.
Für die Angriffe werden beide Kriegsparteien verantwortlich gemacht. Lokale Behörden beschuldigen die RSF, den Angriff in West-Darfur verübt zu haben. Die RSF wiederum beschuldigte die sudanesische Armee, einen Markt in Süd-Darfur beschossen zu haben. Südsudans Regierung macht die sudanesische Armee zudem für die Schläge auf den Markt in Abyei verantwortlich und bestellte den sudanesischen Botschafter ein.
Mindestens 1.120 Tote bei Drohnenangriffen in sechs Monaten
Insgesamt kamen nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros OHCHR allein in der ersten Jahreshälfte mindestens 1.120 Zivilisten im Sudan durch Drohnenangriffe ums Leben. Das entspreche 80 Prozent aller getöteten Zivilisten, die das OHCHR in der Zeit dokumentieren konnte.
Die Dunkelziffer an Toten liegt mutmasslich deutlich höher. Kämpfe und unterbrochene Mobilfunkverbindungen erschweren den Kontakt zu Menschen in vielen Teilen des Landes. Der Westen des Landes ist weitgehend unter Kontrolle der paramilitärischen Miliz RSF.
Im Sudan herrscht seit April 2023 Krieg zwischen der RSF und der Armee. In den inzwischen dreieinhalb Jahren des Krieges wurden Zehntausende Menschen getötet und mehr als 14 Millionen Menschen vertrieben. Der Krieg hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst./cpe/DP/mis
(AWP)
