Unilever rechne nun mit einem ⁠Absatzwachstum von mindestens drei Prozent, nach zuvor rund drei Prozent, teilte der Konzern am Mittwoch ‌mit. Die Prognose für das Umsatzwachstum von vier bis ‌sechs Prozent bestätigte der Vorstand. Zudem ​kündigte er an, überschüssige Barmittel für Aktienrückkäufe zu verwenden.

Der bereinigte Quartalsumsatz sei vor allem dank Preiserhöhungen und einer starken Nachfrage in Schwellenländern um 5,2 Prozent gestiegen, hiess es. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 4,8 Prozent ‌gerechnet. Das Absatzvolumen sei um 2,9 Prozent gestiegen, die Preise um 2,3 Prozent.

Unilever reiht sich damit in eine wachsende Liste von Herstellern ein, die die ​Quartalserwartungen übertroffen haben. Auch Procter & Gamble und der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle ​meldeten zuletzt ein unerwartet starkes Absatzwachstum. Procter & ​Gamble warnte jedoch, dass steigende Rohstoff-, Energie- und Frachtkosten den Jahresgewinn belasten würden.

«Die Schwellenländer waren ‌erneut ein wichtiger Motor, mit einem breit angelegten Wachstum in allen Märkten, angeführt von Indien und einer anhaltenden Stärke in Lateinamerika und Südostasien», sagte der im ​vergangenen Jahr ​ernannte Vorstandschef Fernando Fernandez. Die Entwicklung ⁠in den Industrieländern sei schwächer gewesen. Dies sei ​auf schwierigere Vergleiche mit ⁠dem Vorjahr und schwächere Ergebnisse im Lebensmittelgeschäft zurückzuführen.

Der Hersteller von Marken wie ‌Dove-Seife und Hellmann's-Mayonnaise hat die Preise für Haushalts- und Körperpflegeprodukte erhöht. Damit reagiert der Konzern auf gestiegene Energie- und Transportkosten im Zusammenhang ‌mit dem Iran-Krieg. Auch andere grosse Konsumgüterkonzerne wie Coca-Cola, Procter & ​Gamble und Nestle haben wegen des Konflikts weitere Preiserhöhungen angekündigt.

(Reuters)