Am Donnerstag war die zehnjährige Rendite noch zeitweise bis auf 5,34 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 2002. Kurz vor dem Wochenende hat zudem ein überraschend schwacher Arbeitsmarktbericht der US-Regierung die Renditen vorübergehend nach unten gedrückt. Die etwas gefallenen Ölpreise stützten die Kurse nicht.

Konjunkturdaten aus dem US-Dienstleistungssektor bewegten den Anleihemarkt kaum. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel etwas stärker als erwartet. Der Indikator signalisiert aber weiterhin wirtschaftliches Wachstum. «Trotz eines leichten Rückgangs kann sich der ISM Services PMI auf einem hohen Niveau stabilisieren», kommentierte Analyst Tobias Basse. «Die Komponente Auftragseingang weckt Zukunftshoffnungen.»

Deutlich gesunken sind die Renditen brasilianischer Staatsanleihen. Der rechte Senator Flávio Bolsonaro geht am 25. Oktober leicht favorisiert in die Stichwahl um die brasilianische Präsidentschaft gegen den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva. Bei der Wahl am Sonntag kam der 45-jährige Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro nach vorläufiger Auszählung fast aller Stimmen der Wahlbehörde auf rund 47 Prozent, Lula erreichte etwa 45 Prozent. An den Finanzmärkten wird auf eine wirtschaftsfreundlichere Politik von Bolsonaro spekuliert./jsl/he

(AWP)