Mit ungewöhnlich deutlichen Worten zur hohen Inflation in den USA hat Fed-Chef Kevin Warsh Bereitschaft für eine straffere Geldpolitik signalisiert. «Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die Kerninflation eindeutig und mit ausreichender Geschwindigkeit unserem Ziel annähert. Andernfalls haben wir noch einiges zu tun», sagte er laut Redemanuskript beim Notenbank-Treffen der Federal Reserve of Kansas City in Jackson Hole.
Warsh wiederholte beim Zinsentscheid, dass die Fed Preisstabilität garantieren werde - ein Indiz dafür, dass er der Bekämpfung der Inflation Vorrang einräumen will. Die USA stünden bei der Entwicklung der Vollbeschäftigung zwar gut da, «aber bei den Preisen deutlich schlechter», sagte er und betonte zugleich, dass diese Bemühungen noch mehr Zeit in Anspruch nehmen dürften.
«Der Fed-Chef ist bereit, an der Zinsschraube zu drehen, falls die Inflationslage sich nicht zügig aufhellt», kommentierte Elmar Völker, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg. Warsh erhöhe so die Spannung vor der nächsten Zinssitzung, die Mitte-September anstehe. «Die US-Inflationsdaten für August, die wenige Tage vor diesem Termin veröffentlicht werden, bilden mutmasslich das Zünglein an der Waage.»/jsl/he
(AWP)
