Die Jahresinflationsrate verharrte im August mit 3,4 Prozent deutlich über dem Ziel der US-Notenbank Fed von zwei Prozent. Allerdings hatten Ökonomen mit dieser Rate gerechnet. An den Finanzmärkten wird zunehmend eine Leitzinserhöhung in der kommenden Woche erwartet. Die Wahrscheinlichkeit liegt derzeit bei knapp 90 Prozent.
«Die US-Notenbank hat bereits Signale gesendet, dass sie die Zinsen anheben könnte, wenn der Inflationstrend sich nicht rasch abschwächt», kommentierte Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. «Jetzt muss sie eigentlich springen. Bei der Sitzung am Mittwoch dürfte sie den Leitzins um 25 Basispunkte anheben.»
Ein wenig gedämpft wurden die Inflationserwartungen durch die Ölpreisentwicklung. Der nach dem jüngsten Höhenflug gefallene Ölpreis sorgte für etwas Zuversicht. Der Iran und Staaten am Persischen Golf wollen an diesem Montag über die umkämpfte Strasse von Hormus sprechen. Eine nachhaltige Entspannung im Nahen Osten ist aber nicht in Sicht.
Die Stimmung bei den US-Verbrauchern hat sich angesichts gestiegener Treibstoffpreise eingetrübt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima sank im September stärker als erwartet. «Angesichts steigender Kraftstoffpreise und Handelsspannungen rechnen die Verbraucher damit, dass ihr Geldbeutel künftig stärker belastet wird», schrieb Joanne Hsu, Leiterin der Umfrage. Die Inflationserwartungen der Verbraucher legten zu./jsl/nas
(AWP)
