Die Beschäftigtenzahl in den USA ist im August deutlich stärker gestiegen als erwartet. Dies erhöht laut Ökonomen die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank Fed. «Die US-Notenbank muss mithin nicht befürchten, dass der Arbeitsmarkt in eine Krise rutscht», kommentierte LBBW-Volkswirt Elmar Völker.

Die Währungshüter könnten sich also voll auf die Entwicklung der Inflation konzentrieren. «Das Zünglein an der Waage dürften aber unverändert die Konsumentenpreisdaten für August sein, die in genau einer Woche veröffentlicht werden.»

Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung auf der nächsten Sitzung Mitte September liegt laut Finanzmarktindikatoren jetzt bei gut 60 Prozent. Vor der Veröffentlichung hatte sie nur bei rund 50 Prozent gelegen.

US-Präsident Donald Trump hingegen fordert weiterhin Leitzinssenkungen und droht gleichzeitig Handelspartnern. «Senkt die Zinsen, oder ich breche den Handel mit Ländern ab, mit denen wir ein Defizit haben», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Trump argumentierte, dass der Arbeitsmarktbericht deutlich besser ausgefallen sei als gedacht und dies ausreiche, um geringere Zinsen zu legitimieren.

Volkswirte merken allerdings an, dass ein starker Arbeitsmarkt die Lohnentwicklung und damit auch die Inflationsgefahren verstärken kann. Trump liess aussen vor, dass die Inflation in seinem Land seit mehr als fünf Jahren über dem von der Fed angestrebten Ziel von 2 Prozent liegt./jsl/zb

(AWP)