Enttäuschende Daten vom Arbeitsmarkt dämpfen an den Finanzmärkten die Spekulation auf eine weitere Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed. Im August hatte sich der Arbeitsmarkt noch unerwartet robust gezeigt. Allerdings waren die beiden Monate zuvor bereits eher schwach ausgefallen.
Die Stundenlöhne fielen im September ebenfalls enttäuschend aus. Hier wurde im Vergleich zum Vormonat nur ein Zuwachs um 0,1 Prozent gemeldet. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne um 3,0 Prozent und damit ebenfalls schwächer als erwartet.
Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 Prozent von zuvor 4,1 Prozent, wie es weiter hiess. Ökonomen hatten im Schnitt einen unveränderten Wert erwartet. Trotz des Anstiegs bleibt die Quote auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Ein Grund hierfür ist, dass sich viele Personen mittlerweile vom amerikanischen Arbeitsmarkt zurückgezogen haben. Unter anderem hat die Politik von US-Präsident Donald Trump zu einer geringeren Zuwanderung geführt.
Der vergleichsweise kräftige Anstieg der Beschäftigung im August habe sich als Ausreisser herausgestellt, sagte Analyst Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg. «Der Arbeitsmarktbericht wird die US-Notenbank Fed in ihrem Ausblick moderater Zinsanhebungen bestätigen», kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.
An den Finanzmärkten hat sich die Spekulation auf eine weitere schnelle Zinserhöhung durch den Arbeitsbericht etwas abgeschwächt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Leitzinsen Ende Oktober abermals erhöht, wurde zuletzt mit 19,4 Prozent eingeschätzt. Vor der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts lag der Wert bei 23,8 Prozent.
Die US-Notenbank hatte die Leitzinsen zuletzt Mitte September um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Sie liegen damit in einer Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Der US-Dollar geriet nach den Arbeitsmarktdaten etwas unter Druck, während der Kurs des Euro im Gegenzug leicht zulegen konnte./jkr/jha/
(AWP)
